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11. Juli 2009

Künast greift Atomaufsicht an



Berlin - Im Streit über die Sicherheit der Atomkraftwerke hat Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast die Atomaufsicht angegriffen. Beim Kraftwerk Krümmel habe nicht nur Vattenfall versagt, «sondern auch die Aufsicht», kritisierte Künast im «Tagesspiegel am Sonntag». Es sei «völlig unverantwortlich», eine technische Messeinrichtung vorzuschreiben und dann den Wiederbetrieb des AKW Krümmel zu genehmigen, ohne die Installation zu kontrollieren.

«Bei jeder TÜV-Prüfung von Autos gilt: TÜV-Plakette erst, wenn der Prüfer selbst gesehen hat, alle Mängel sind behoben», sagte Künast. Die Atomaufsicht dürfe nicht dem Zufallsprinzip unterworfen sein, sondern müsse verschärft beim Bund durchgesetzt werden. Bei der Sicherheitsprüfung der Kernkraftwerke müssten «die Zügel deutlich angezogen» und den Energiekonzernen klar gemacht werden, dass «Sicherheit vor Profit» gehen muss.

Künast warf Union und FDP vor, die Bevölkerung zu belügen, wenn sie behaupteten, eine sofortige Stilllegung der ältesten deutschen Atommeiler würde zu Versorgungsengpässen führen. «Die acht unsichersten AKWs inklusive des Pannenreaktors Krümmel können sofort stillgelegt werden, ohne dass in Deutschland der Strom knapp wird», sagte sie. «Schwarz-Gelb muss endlich aufhören, Lügen über die Versorgungssicherheit in Deutschland zu verbreiten.»

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin sagte, es sei interessant, dass der Ausfall von Krümmel keine Auswirkung auf den Strompreis gezeigt habe, obwohl mit diversen Stillständen bei deutschen Atomkraftwerken nur 56 Prozent der Atomerzeugung zur Verfügung gestanden hätten. Die Strombörse erwarte trotz dieser Ausfälle offenkundig kein Versorgungsproblem. «Gut, dass unsere Versorgungssicherheit nicht von störanfälligen Altanlagen wie Krümmel und Biblis abhängig ist», kommentierte Trittin.  weiterlesen >>


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