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11. Juli 2009
Gedenkveranstaltung für in Dresden ermordete Ägypterin
Dresden - Mit einer öffentlichen Trauerveranstaltung wird in Dresden am Samstagnachmittag der von einem mutmaßlichen Rechtsextremisten ermordeten Ägypterin Marwa El-Sherbiny gedacht. Unter dem Motto «Weiße Rosen für Marwa» wollen unter anderen Mitglieder der Universität und des Ausländerbeirats an die 31-jährige Apothekerin erinnern, die am 1. Juli in einem Gerichtssaal in Dresden vor den Augen ihres dreijährigen Kindes von einem Russland-Deutschen erstochen worden war. Ihr 32-jähriger Ehemann überlebte den Angriff schwer verletzt.
Die Ermittlungen gegen den 28-jährigen Täter laufen derweil auf Hochtouren weiter, wie Oberstaatsanwalt Christian Avenerius am Samstag der AP sagte. Zu Details zur Tat wollte er nicht Stellung nehmen und verwies auf die noch ausstehende Anklageerhebung. Bereits unmittelbar nach dem Verbrechen hatte er Ausländerhass als Motiv für die tödliche Messerattacke genannt. «Das war eindeutig eine ausländerfeindliche Tat eines fanatischen Einzeltäters», hatte er erklärt. Gegen den 28-jährigen Deutschrussen wird wegen Mordes ermittelt.
Presseberichte zu angeblichen ausländerfeindlichen Äußerungen des Täters kritisierte der Oberstaatsanwalt scharf. «Über die strafprozessuale Situation hinaus halte ich es für verantwortungslos, mit angeblichen Details an die Öffentlichkeit zu gehen», sagte er mit Blick auf die Reaktion auf das Verbrechen im Ausland. In Ägypten gibt es seit Tagen heftige Proteste, weil die getötete Frau als Opfer angeblicher deutscher Islamfeindlichkeit angesehen wird. Der «Focus» berichtete am Samstag vorab von angeblichen rassistischen Äußerungen des Täter noch im Gerichtssaal. Außerdem habe er die Tat geplant.
Die Frau war von dem Beschuldigten bereits Mitte 2008 auf einem Spielplatz als «Islamistin», «Terroristin» und «Schlampe» beleidigt worden. Die Muslimin hatte deswegen Anzeige gegen ihn erstattet und war von der Staatsanwaltschaft als Zeugin geladen.

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