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10. Juli 2009
Attac kritisiert G-8-Beschlüsse als unzureichend
Berlin/Frankfurt - Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die Beschlüsse des G-8-Gipfels in Italien als unzureichend und widersprüchlich kritisiert. Einerseits drängten die reichen Staaten auf eine Öffnung der Landwirtschaftsmärkte in Entwicklungsländern zugunsten großer Agrarkonzerne, zugleich vergössen sie aber Krokodilstränen über die weltweite Hungerkrise und das Schicksal der Kleinbauern, rügte Attac am Freitag.
Alexis Passadakis vom Attac-Koordinierungskreis erklärte, ein Abschluss der Freihandelsgespräche bei der Welthandelsorganisation WTO, auch Doha-Runde genannt, sei keinesfalls erstrebenswert. «Durch eine weitere Liberalisierung der Märkte würde die globale Standortkonkurrenz noch härter und die Armut zunehmen.» Notwendig sei stattdessen ein kooperatives und faires Handelssystem, das regionale Entwicklungsmöglichkeiten fördere.
Attac kritisierte auch das Vorhaben der G-8, 20 Milliarden Dollar für die Entwicklung der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. «Was sich auf den ersten Blick gut anhört, die Förderung einer eigenständigen Landwirtschaft, entpuppt sich auf den zweiten Blick erneut als Förderung multinationaler Konzerne, denen Absatzmärkte für die Entwicklung der grünen Gentechnik gesichert werden», sagte Kerstin Sack, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis. Statt einer eigenständigen, ökologischen Landwirtschaft im Interesse der Hungernden würden «neo-koloniale Abhängigkeiten» geschaffen und verstärkt.

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