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10. Juli 2009
Jeder vierte Südafrikaner bekennt sich in Umfrage als Vergewaltiger
Muldersdrift/Südafrika - Dumisani Rebombo war nicht beschnitten, erledigte «Mädchenarbeiten» im Haushalt und hatte es satt, gehänselt zu werden, dass er kein richtiger Mann sei. Also tat er das einzige, was man in seinem Dorf in Südafrika sonst tun konnte, um seine Männlichkeit zu beweisen: Er vergewaltigte ein Mädchen.
Er war 15, das Mädchen noch jünger. Zwanzig Jahre später suchte er die Frau, um sie um Vergebung zu bitten - eine Seltenheit in einer Gesellschaft, in der eine Kultur sexueller Gewalt tief verwurzelt ist. In einer Studie, die in dieser Woche auf einer internationalen Konferenz bei Johannesburg vorgestellt wurde, bekannten sich mehr als ein Viertel der Männer als Vergewaltiger.
Südafrika hat mit die höchsten Vergewaltigungszahlen überhaupt. Polizeiberichten zufolge waren 2007 rund 36.000 Frauen betroffen, fast 100 jeden Tag. Doch viele Fälle werden aus Angst und Scham gar nicht erst angezeigt. Die Studienergebnisse des angesehenen Medizinforschungsrats wurden mit Entsetzen aufgenommen. Doch viele Frauen- und Bürgerrechtsaktivisten waren nicht im Geringsten überrascht.
«Das ist die Geschichte vieler Jungen, vieler Männer», sagt Rebombo, inzwischen 48 Jahre alt, geschieden und Vater dreier Kinder. Als Halbwüchsiger war er grausam verhöhnt worden. Bei manchen Stämmen ist die Beschneidung immer noch ein Mannbarkeitsritus. Doch sein Vater war selbst bei der brutalen und oft unhygienisch durchgeführten Operation fast gestorben und hatte sich geschworen, dass seinem Sohn die Prozedur erspart bleiben solle. Also musste sich Rebombo Tag für Tag von den anderen demütigen lassen. «Die hielten mich nicht für männlich genug», sagt er. weiterlesen >>

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