(Update 2) - Europäische Zentralbank pumpt wieder Geld in den Markt

veröffentlicht am 06.10.2011


Als Reaktion auf das Schwächeln der Konjunktur und die Nervosität an den Märkten pumpt die Europäische Zentralbank (EZB) wieder Geld in den Finanzkreislauf. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kündigte am Donnerstag nach der Sitzung des EZB-Rates umfangreiche Maßnahmen zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Liquidität an. Dazu gehört ein neues Ankaufprogramm für besicherte Anleihen (covered bonds) wie Hypotheken im Volumen von 40 Milliarden Euro.

 

Kommentare: 0

 

Berlin - Als Reaktion auf das Schwächeln der Konjunktur und die Nervosität an den Märkten pumpt die Europäische Zentralbank (EZB) wieder Geld in den Finanzkreislauf. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kündigte am Donnerstag nach der Sitzung des EZB-Rates umfangreiche Maßnahmen zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Liquidität an. Dazu gehört ein neues Ankaufprogramm für besicherte Anleihen (covered bonds) wie Hypotheken im Volumen von 40 Milliarden Euro.


Den Leitzins für den Euroraum beließ der EZB-Rat, der ausnahmsweise in Berlin statt in Frankfurt am Main tagte, unverändert bei 1,5 Prozent. Trichet, der zum letzten Mal die Öffentlichkeit nach der Ratssitzung über die Beschlüsse informierte, berichtete, die 23 Ratsmitglieder hätten eine Leitzinssenkung erörtert, nach sorgfältiger Abwägung sich aber für die Beibehaltung des aktuellen Satzes entschieden.


Trichets achtjährige Amtszeit als EZB-Chef läuft Ende Oktober aus. Nachfolger wird der Italiener Mario Draghi. Trichet sagte, die Zentralbank habe zwei Instrumente, um Preisstabilität und Wirtschaftswachstum für die 332 Millionen Bewohner der Euro-Länder zu sichern. Neben den Standardmitteln, den Leitzinsen, gebe es Nicht-Standard-Maßnahmen. Dazu gehört, für welche Zeiträume und zu welchen Bedingungen die Zentralbank den Geschäftsbanken Geld zur Verfügung stellt.


Da die Banken einander wegen der Staatsschuldenkrise zunehmend misstrauen und Barmittel lieber über Nacht bei der Zentralbank parken, als es gegenseitig auszuleihen, versucht die EZB unter anderem durch großzügige Zuteilungen von Refinanzierungsmitteln, die Liquidität der Banken zu sichern. Trichet erklärte, diese Maßnahmen seien von wesentlicher Bedeutung, um die Absichten der Zentralbank tatsächlich in allen 17 Euro-Staaten mit all ihren unterschiedlichen Bedingungen wirken zu lassen.


Die Bank von England teilte am selben Tag in London mit, sie wolle durch Käufe von Anleihen und Schuldverschreibungen weitere 75 Milliarden Pfund (87 Milliarden Euro) zur Belebung der Wirtschaft in den Markt pumpen. Den Leitzins beließ die Zentralbank unverändert auf dem historisch niedrigen Stand von 0,5 Prozent.  (© AP)



Schreiben Sie ein Kommentar! 

Kommentar zum Thema "(Update 2) - Europäische Zentralbank pumpt wieder Geld in den Markt"

  Max. 25 Zeichen
 
 
 
  Sicherheitscode

Nur Kleinbuchstaben und Zahlen

 
 

 

Twitter