(Update) - Ein großer Tag für die Astrophysik

veröffentlicht am 04.10.2011


Als eine der größten Entdeckungen der vergangenen Jahrzehnte haben Wissenschaftler am Dienstag die Forschungen ihrer Kollegen Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess (USA) gewürdigt, die mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurden.

 

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Berlin - Als eine der größten Entdeckungen der vergangenen Jahrzehnte haben Wissenschaftler am Dienstag die Forschungen ihrer Kollegen Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess (USA) gewürdigt, die mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurden. Sie hatten herausgefunden, dass sich die Ausdehnung unseres Universums noch beschleunigt, was in ferner Zukunft dazu führen könnte, dass im Weltall nur noch eisige Starre herrscht.


Für den Astrophysiker Christian Spiering kam diese Wahl nicht überraschend. Perlmutter sei einer der vier Kandidaten, die er auf der Liste gehabt habe, sagte er. Die anderen beiden Forscher habe er hingegen nicht so stark auf der Rechnung gehabt. Allerdings sei klar gewesen, dass wenn Perlmutter den Preis bekomme, ihn die anderen beiden auch bekommen müssten. Den US-Forscher Perlmutter beschrieb Spiering als "coolen Typ", der "völlig unkompliziert sei.


Auch der Bonner Astrophysiker Marek Kowalski zeigte sich begeistert. "Der Nobelpreis für Saul Perlmutter ist fantastisch und hochverdient. Seine Forschungsergebnisse sind die größte Entdeckung der Physik seit Jahrzehnten", sagte Kowalski von der Universität Bonn der Nachrichtenagentur dapd. Kowalski arbeitet seit sechs Jahren eng mit Perlmutter zusammen, darunter in zwei Forschungsprojekten zum Thema "Dunkle Energie". Er habe bereits in den vergangenen Jahren erwartet, dass Perlmutter den Nobelpreis erhalte, sagte Kowalski. "Nun hat er ihn endlich bekommen."


Perlmutter, Schmidt und Riess hätten nach explodierenden Sternen gesucht, sagte Professor Lutz Wisotzki von der Universität Potsdam am Dienstag auf einer Veranstaltung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Berlin. Da solche Supernovae allerdings nicht voraussagbar seien, hätten sie systematisch tausende Galaxien durchsucht. Die drei Wissenschaftler hätten sie letztlich in so fernen Galaxien gefunden, dass man mit der Beobachtung einer Vielzahl solcher Ereignisse imstande war, sie als "kosmische Messlatte" einzusetzen.


Die Explosionen könnten als Kette von Glühlampen der gleichen Baureihe gesehen werden. "Je weiter sie weg sind, desto schwächer erscheinen sie", obwohl sie von sich heraus die gleiche Helligkeit abgäben. Aus den immer schwächer erscheinenden Helligkeiten ließen sich Rückschlüsse auf ihre Entfernungen ziehen, die dann noch mit der Laufzeit des Lichts zusammengebracht würden, sagte Wisotzki. Daraus gehe hervor, "dass unser Universum in einer Art und Weise expandiert, die kein Mensch erwartet hat." Wisotzki wertete die Vergabe des Preises an die drei Forscher als "großen Tag für die Astrophysik".  (© AP)



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