Landesregierungen von Thüringen und Sachsen wollen gemeinsame JVA
veröffentlicht am 17.09.2011

Ein Neubau ist aus sächsischer Sicht erforderlich, weil kurz- bis mittelfristig keine ausreichenden Haftplätze für männliche erwachsene Gefangene aus Südwestsachsen mehr zur Verfügung stehen werden. Deren heimatnahe Unterbringung ist aber Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der sozialen Bindungen und eine gelungene Entlassungsvorbereitung und damit für ihre erfolgreiche Resozialisierung.
Dresden - Ein Neubau ist aus sächsischer Sicht erforderlich, weil kurz- bis mittelfristig keine ausreichenden Haftplätze für männliche erwachsene Gefangene aus Südwestsachsen mehr zur Verfügung stehen werden. Deren heimatnahe Unterbringung ist aber Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der sozialen Bindungen und eine gelungene Entlassungsvorbereitung und damit für ihre erfolgreiche Resozialisierung.
In Ostthüringen sollen die beiden stark sanierungsbedürftigen Altanstalten in Hohenleuben und Gera geschlossen und durch Einzelhaftplätze ersetzt werden. In beiden Vollzugseinrichtungen findet derzeit durchgängig Mehrfachbelegung der Hafträume statt. Die Gebäudestrukturen in Gera ermöglichen keine moderne Vollzugsgestaltung unter Resozialisierungsgesichtspunkten. Mit dem Neubau wird die Thüringer Vollzugslandschaft dann auf wenige und durchgängig fortschrittliche Anstalten konzentriert sein.
Grundlage für die Entscheidung bildete eine umfassende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Das neue Gefängnis soll 940 Gefangenen aus Südwestsachsen und Ostthüringen Platz bieten, davon werden ca. 860 im geschlossenen und 80 im offenen Vollzug untergebracht. Es wird angestrebt, die Justizvollzugsanstalt im Jahr 2017 in Betrieb zu nehmen.
Die zuständigen Behörden Sachsens und Thüringens werden nun die Suche nach einem geeigneten Standort aufnehmen. In die Standortprüfung werden auch die Städte und Gemeinden einbezogen, die bislang ausdrücklich Interesse an der Ansiedlung der Justizvollzugsanstalt bekundet haben. Dies sind in Sachsen Plauen und Zwickau und in Thüringen Altenburg, Gera, Hohenleuben und Seelingstädt.





