(Im Fokus) - Arabischer Frühling wird mit fast 60 Milliarden Dollar unterstützt
veröffentlicht am 11.09.2011

Die Reformbewegungen in mehreren Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens können mit großzügiger finanzieller Hilfe der G-8-Staaten, der internationalen Entwicklungsbanken und von mehreren wohlhabenden arabischen Staaten rechnen. Für die kommenden beiden Jahre wurden Ägypten und Tunesien, wo zu Beginn des Jahres langjährige autokratische Herrscher gestürzt wurden, aber auch Marokko und Jordanien insgesamt rund 58 Milliarden Dollar an Unterstützung in Aussicht gestellt.
Marseille - Die Reformbewegungen in mehreren Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens können mit großzügiger finanzieller Hilfe der G-8-Staaten, der internationalen Entwicklungsbanken und von mehreren wohlhabenden arabischen Staaten rechnen. Für die kommenden beiden Jahre wurden Ägypten und Tunesien, wo zu Beginn des Jahres langjährige autokratische Herrscher gestürzt wurden, aber auch Marokko und Jordanien insgesamt rund 58 Milliarden Dollar an Unterstützung in Aussicht gestellt.
Das war das Ergebnis der Beratungen der G-8-Finanzminister mit der Weltbank, anderen Entwicklungsbanken und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) am Samstag in Marseille. Am wichtigsten sei, dass wirtschaftliche Strukturen geschaffen würden und die Demokratisierung vorankomme, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Abschluss des Treffens.
Auch der Kreis der Beitragsländer wurde in der südfranzösischen Hafenstadt erweitert. So schlossen sich Kuwait, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate der im Mai gegründeten Deauville-Partnerschaft für Nordafrika an. Von der Weltbank und anderen Entwicklungsbanken sollen 38 Milliarden Euro kommen, heißt es in der Abschlusserklärung. An bilateralen Hilfen der G-8-Länder und der Europäischen Union waren schon im Mai 20 Milliarden Dollar zugesagt worden. G-8-Gastgeber Frankreich verdoppelte seine Unterstützung auf 2,7 Milliarden Euro.
Auch der Übergangsrat aus Libyen nahm an dem Treffen teil, erhält aber angesichts der Umbruchsituation in dem Land, wo sich Truppen des früheren Machthabers Muammar al Gaddafi und die Kämpfer der Übergangsregierung weiter heftige Gefechte liefern, zunächst noch keine finanzielle Unterstützung. Das könnte sich aber schnell ändern, wie der kanadische Finanzminister Jim Flaherty Libyen in Aussicht stellte. Der britische Schatzkanzler George Osborne kündigte an, dass schon bald die Sanktionen gegen Libyen aufgehoben und eingefrorene Gelder freigegeben werden könnten. Ziel sei es zudem, die Ölproduktion so schnell wie möglich wieder in Gang zu bekommen. Der neue libysche Botschafter in Frankreich, Mansur Sejf al Nasr, nannte das Treffen einen Erfolg. (© AP)




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