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Zahl der 'Deutschlerner' im Ausland sinkt

veröffentlicht am 07.09.2011


Ist die deutsche Sprache ein Auslaufmodell? Rund 15 Millionen Menschen im Ausland lernen Deutsch, zehn Jahre zuvor waren es noch 20 Millionen, wie aus Statistiken des Goethe-Instituts hervorgeht. Vor allem in Russland ist die Zahl der "Deutschlerner" deutlich zurückgegangen - um etwa eine Million.

 

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Berlin - Ist die deutsche Sprache ein Auslaufmodell? Rund 15 Millionen Menschen im Ausland lernen Deutsch, zehn Jahre zuvor waren es noch 20 Millionen, wie aus Statistiken des Goethe-Instituts hervorgeht. Vor allem in Russland ist die Zahl der "Deutschlerner" deutlich zurückgegangen - um etwa eine Million. "Sprachunterricht kostet Geld", erklärt Matthias Makowski, Leiter der Abteilung Sprache beim Goethe-Institut, im dapd-Interview anlässlich des Tages der deutschen Sprache am (kommenden) Samstag.


Aus Kostengründen werde in vielen Ländern nur noch eine Fremdsprache verpflichtend unterrichtet - und das sei Englisch, fügt er hinzu. "Es spricht nichts gegen Englisch." Ärgerlich sei aber, wenn die Entscheidung für diese Sprache ohne bildungspolitische Reflexion stattfinde. So müsse Englisch ja nicht unbedingt von der zweiten bis zur zwölften Klasse unterrichtet werden. Es sei zum Beispiel auch möglich, ab der achten oder neunten Klasse nur noch Fachunterricht - Geschichte, Erdkunde, Biologie - in englischer Sprache anzubieten. Dies gäbe Raum für das Erlernen einer weiteren Fremdsprache.


Das Goethe-Institut setzt sich grundsätzlich dafür ein, dass die Kenntnis von Fremdsprachen als etwas Positives, als etwas Notwendiges betrachtet wird - "natürlich auch im eigenen Interesse", wie Makowski sagt. Bei der Werbung für die deutsche Sprache werden auch deutschsprachige Musikgruppen wie Silbermond oder Tokio Hotel ins Rennen geschickt. Nach einer Tournee von Tokio Hotel beispielsweise sei das Interesse an Deutschkursen deutlich gestiegen, hieß es beim Goethe-Institut. Ähnliche Erfahrungen habe man in den Jahren gemacht, in denen Michael Schumacher Formel-1-Weltmeister geworden sei oder Oliver Kahn mit dem FC Bayern München größere Spiele im Ausland absolviert habe.


Die meisten Menschen, die Deutsch lernen, haben dafür ganz konkrete Gründe: Sie versprechen sich davon bessere berufliche Chancen. "Die alte Motivation, die Sprache der Dichter und Denker lernen, Goethe oder Kant im Original lesen zu wollen, trifft in aller Regel heute nicht zu", sagt Makowski. "Man weiß, dass Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist." Deutsche Unternehmen im Ausland erwarteten inzwischen zunehmend, dass Mitarbeiter die Sprache beherrschten.


In Polen ist das Interesse an der deutschen Sprache nach wie vor groß, ebenso in Ländern wie Indien oder China. In Japan beziehungsweise Korea gilt Deutsch als Bildungssprache und hat einen entsprechend hohen Status. Auch in Brasilien hat die Zahl der Deutschlernenden zugenommen, in Frankreich konnte der Abwärtstrend gestoppt werden. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion dagegen ist das Interesse teilweise abgeflaut. Dort war in den 1990er Jahren - im Zusammenhang mit der Öffnung zum Westen - die Zahl der 'Deutschlerner' nach oben geschnellt. Dies hat sich nach Einschätzung des Goethe-Instituts inzwischen auf einen normalen Pegel eingespielt.


So nimmt Makowski die geringeren Zahlen relativ gelassen und erinnert auch daran, dass sie zum Teil mit der demografischen Entwicklung zusammenhängen: "Es geht der deutschen Sprache weltweit nicht so schlecht, wie sie immer geredet wird", betont er.  (© AP)


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