Abrüstung im Mittelpunkt: Obama für Neu-Start nach Moskau
Moskau/Washington - Nach dem Versprechen eines Neustarts in den Beziehungen zu Russland will US-Präsident Barack Obama die Dinge nun rasch zum Laufen bringen und setzt auf sichtbare Fortschritte bei seinem Besuch in Moskau Anfang nächster Woche. Ganz oben auf der Tagesordnung steht das Thema Abrüstung: Es geht um eine Nachfolgeregelung für den sogenannten START-Vertrag, der Ende des Jahres ausläuft.
Die laufenden Gespräche darüber könnten aus Sicht beider Seiten die Grundlage schaffen für ein neues, weniger verbittertes Verhältnis zwischen Washington und Mokau. Zudem würde eine Verkleinerung der Nuklaerarsenale ihnen mehr Glaubwürdigkeit verleihen bei dem Bemühen, den Iran und Nordkorea von deren Atomprogrammen abzubringen.
Der Vertrag über die Reduzierung strategischer Atomwaffen (Strategic Arms Reduction Treaty, kurz: START I), der auch die Überprüfung der Abrüstungsschritte regelt, läuft am 5. Dezember aus. Ziel eines Folgevertrages soll es sein, die Anzahl der Waffen von jeweils über 2.000 auf etwa 1.200 zu verringern. Es wird erwartet, dass Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedew sich darauf festlegen, zu einer Einigung kommen zu wollen. Ob die Unterhändler das allerdings bis Dezember schaffen, ist fraglich. Über die bisher geführten Gespräche wird Stillschweigen bewahrt.
«Ein Verhandlungserfolg wäre ein großes Plus für die Beziehungen, die in den letzten fünf, sechs Jahren ziemlich gestört waren», urteilt der frühere US-Diplomat Steven Pifer von der Brookings Institution. «Es ist wichtig, dass sie ihre Atomwaffen verringern, wenn sie andere Länder glaubwürdig davon abhalten wollen, sich Atomaffen zuzulegen.» weiterlesen >>