Bruce Springsteen rockt das Münchner Olympiastadion
München - Mit einer Vorband hält sich Bruce Springsteen nicht auf. Das haben der «Boss» und seine E Street Band nicht nötig. Es sei denn, man möchte Nils Lofgren so bezeichnen, der den Einzug seiner Kollegen solo auf dem Akkordeon mit «Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus» begleitet. Doch danach kommt Springsteen direkt zur Sache: «Grüß Gott München. Auf geht's!» ruft er seinen Fans zu. «Badlands» dröhnt durch das Oval des Olympiastadions und bringt 40.000 Zuschauer von Null auf 100.
Auf vollen Touren ist auch der «Boss». Zum schwer stampfenden Rhythmus und heulenden E-Gitarren läuft er über die Bühne und singt, als gebe es kein Morgen und habe er nicht fast drei Stunden Konzert vor sich. Man macht sich ein wenig Sorgen, dass seine markante Stimme nicht bis zum Ende durchhalten könnte, so brüllt er mit angestrengtem Gesicht ins Mikrofon: «Don't waste your time waiting. Badlands, you gotta live it everyday...»
Nein, Zeit mit Warten verschwendet Springsteen nicht. Wie als Beweis dafür, dass er von Beginn an alles gibt, beginnen bei schwülen Sommertemperaturen schon bei den ersten Songs Schweißflecken auf seinem Hemd zu wachsen. Als er wenig später zu «Outlaw Pete» aus seinem neuen Album breitbeinig und mit ausgebreiteten Armen in der Mitte der minimalistisch ausgestalteten aber riesigen schwarzen Bühne steht, klebt der Stoff bereits am Körper des 59-Jährigen.
Seine Fans lieben Springsteen für diesen Einsatz, und den Kontakt zu ihnen sucht er an diesem Abend immer wieder. Unterhalb der Hauptbühne läuft er auf und ab, lässt einen kleinen Jungen, der auf den Schultern seines Vaters sitzt, mitsingen und sammelt Zettel und Plakate mit Musikwünschen ein. «Spirit in the Night» ist der erste Song, den er so ungeplant in das Programm aufnimmt. Sogar ein quietschendes Gummitier, das er eingesammelt hat, kommt als Begleitinstrument zu Ehren. weiterlesen >>