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03. Juli 2009
Gratis-Hochzeit für Nichtraucher
Als Zielvorstellung nennt «Reinheit»-Generalsekretär Sulaiman al Sobi die qualmfreie Familie. Ein Viertel der Einwohner ist Raucher, ein Drittel der Schulkinder wachsen einer Gesundheitsstudie von 2007 zufolge in Raucherhaushalten auf. Al Sobi rechnet mit tausenden Teilnehmern. Ohne diese Aktion hätte er gar nicht versucht aufzuhören, räumt Ali al Abdullah ein. Der 22-Jährige ist mit seiner Cousine verlobt und raucht täglich eineinhalb Schachteln, «zwei, wenn ich Stress habe».
Hunderte haben sich bei der Organisation nach Angaben ihres Sprechers Salem al Madschdali schon beworben oder nähere Informationen angefordert. Darunter war auch der Nichtraucher, der extra zum Raucher geworden wäre. Ein anderer wollte wissen, ob denn auch eine Braut gestellt würde: «Dürfen wir uns aus einer Auswahl eine aussuchen?», begehrte er dem Sprecher zufolge zu wissen.
Doch die Aktion stößt auch auf Ablehnung. Manche finden es unmöglich, die Raucherei mit dem heiligen Bund der Ehe in Zusammenhang zu bringen. Andere fragen, wie man ein solches Unterfangen ohne den Segen der Geistlichkeit beginnen könne. Und wieder andere wie die Kolumnistin Maha al Hudschailan finden das Konzept einfach sexistisch. «Die Kampagne richtet sich an männliche Raucher mit der Idee: Hört auf, euch mit einer Zigarette zu vergnügen und nehmt stattdessen eine Frau», empörte sie sich in der Zeitung «Al Watan». Susan al Maschhadi schrieb in «Al Hayat», die Araber hätten den Westen immer dafür kritisiert, dass er Frauen als Werbemittel benutze: «Und jetzt greifen wir zu derselben Zwei-in-eins-Methode wie bei einem Haarwaschmittel, das Reinigung und Pflege zugleich verheißt.»
«Reinheit»-Sprecher Al Madschdali meint, manche hätten den Slogan vielleicht missverstanden. «Haben wir etwa gesagt, dass wir eine Frau anbieten?!», fragt er. «Dass die Leute über die Kampagne streiten, zeigt auf jeden Fall, das wir unser Ziel erreicht haben, das Thema ins Gespräch zu bringen.»

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