Nordkorea testet vier Kurzstreckenraketen
veröffentlicht am 02.07.2009

Mit dem Test von vier neuen Kurzstreckenraketen hat Nordkorea die Weltgemeinschaft erneut herausgefordert. Zwei Geschosse seien am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) von der östlichen Küstenstadt Wonsan abgefeuert worden, verlautete aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium. Später wurden dann noch zwei weitere Raketentests gemeldet.
Seoul - Mit dem Test von vier neuen Kurzstreckenraketen hat Nordkorea die Weltgemeinschaft erneut herausgefordert. Zwei Geschosse seien am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) von der östlichen Küstenstadt Wonsan abgefeuert worden, verlautete aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium. Später wurden dann noch zwei weitere Raketentests gemeldet.
Nähere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete jedoch, es habe sich um Boden-Schiffs-Raketen vom Typ KN-01 mit einer Reichweite von rund 160 Kilometern gehandelt. Bei den Probeläufen seien sie rund 100 Kilometer weit geflogen.
Nordkorea hatte zuvor jeglichen Schiffsverkehr vor seiner Ostküste bis zum 10. Juli untersagt. Deshalb war jederzeit mit Raketentests gerechnet worden, wie der südkoreanische Außenminister Yu Myung Hwan bestätigte. Er sprach von einem schlechten Zeichen, da der Norden offensichtlich seine militärische Macht unter Beweis stellen wolle.
Der japanische Ministerpräsident Taro Aso verurteilte die Raketentests als Provokation. Auch der russische Außenamtssprecher Andrej Nesterenko zeigte sich besorgt: «Wir haben Nordkorea immer gebeten, von Aktionen abzusehen, die zur Eskalation führen könnten.» Beobachter schlossen weitere Tests zum amerikanischen Nationalfeiertag am 4. Juli nicht aus. Die Zeitung «JoongAng Ilbo» aus Seoul äußerte die Erwartung einer ganzen Salve von Raketen - darunter auch ballistische Geschosse vom Typ Scud oder Rodong.
Deren Abschuss ist der Regierung in Pjöngjang gemäß einschlägiger UN-Resolutionen nicht gestattet. Sie hat sich jedoch mehrfach darüber hinweggesetzt und am 25. Mai sogar einen unterirdischen Atomtest durchgeführt. Die UN-Sanktionen wurden daraufhin verschärft.
Vertreter der beiden koreanischen Staaten beendeten derweil eine neue Verhandlungsrunde über den gemeinsamen Industriepark Kaesong - offenbar ohne Ergebnis. Ein Termin für neue Gespräche wurde nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums nicht festgelegt. Die Positionen beider Seiten liegen weit auseinander. So fordert Nordkorea eine starke Anhebung der Löhne für die von südkoreanischen Unternehmen beschäftigten Arbeiter. Ferner sollen diesen Firmen massive Mieterhöhungen auferlegt werden.
In dem 2004 eröffneten Industriepark unmittelbar nördlich der gemeinsamen Grenze beschäftigen mehr als hundert südkoreanische Unternehmen rund 40.000 Arbeiter aus dem Norden. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten haben sich seit dem Amtsantritt des konservativen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak im Februar vergangenen Jahres deutlich verschlechtert. (© AP)




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