Berlin - Die Terrorgefahr in Deutschland wächst. Drei Monate vor der Bundestagswahl bereiten sich Bund und Länder konkret auf einen möglichen islamistischen Anschlag vor. Innen-Staatssekretär August Hanning verwies am Donnerstag in Berlin auf eine Zunahme von Attentaten in Afghanistan, auf Video-Drohungen und eine verstärkte Reisetätigkeit nach Pakistan. Doch warnte er zugleich vor Alarmismus. Greifbare Hinweise auf Anschlagspläne gebe es nicht.
Das ZDF meldete jedoch unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise, es gebe seit Mai eine Warnung, dass eine Kommandoeinheit der Al Kaida Anschläge in Westeuropa verüben wolle. Demnach soll eine Gruppe mit circa 15 Terroristen Pakistan verlassen haben, um Attacken in westlichen Ländern auszuführen. Unter den Verdächtigen seien neben Arabern, Amerikanern und Tschetschenen auch vier Deutsche.
Hanning sagte nichts Konkretes, benannte aber ebenfalls Pakistan als Ausgangspunkt der Hauptgefahr. «Es sind nicht nur die Videobotschaften, die uns beunruhigen», sagte Hanning. Diese seien «Teil einer Gesamtstrategie, um auf Deutschland Einfluss zu nehmen». Ziel der islamistischen Terroristen sei es, einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu erzwingen. Die Stimmung in der deutschen Öffentlichkeit werde genau beobachtet.
«Wir nehmen die Drohungen durchaus ernst», sagte Hanning. Man tue alles, einen Anschlag zu verhindern. «Aber wir müssen uns natürlich auch darauf einrichten, dass es tatsächlich zu Anschlägen gegen deutsche Einrichtungen im Ausland oder hier in Deutschland kommen kann. Auch diesen Fall haben wir heute erörtert.» weiterlesen >>