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02. Juli 2009
Fontanes Urenkelin bei Wiedereröffnung von Schloss Ribbeck
Der Prozess endete 1999 mit einem Vergleich vor dem Verwaltungsgericht Potsdam: Die Familie erhielt eine Entschädigung, der Landkreis behielt dafür das Schloss. Damit konnte auch Carl-Friedrich von Ribbeck leben. Zwar befand sich das Gebäude damals im Vergleich zu Hunderten verfallender Brandenburger Herrenhäuser in einem recht guten Zustand, weil das Seniorenheim erst im Sommer 2004 ausgezogen war, das seit 1954 darin untergebracht war. Trotzdem musste der Landkreis 5,6 Millionen Euro in die denkmalgerechte Sanierung stecken.
Denn die DDR-Behörden waren trotz des Fontane-Ruhmes wenig respektvoll mit dem Schloss umgegangen. Während des Umbaus zum Altenheim waren geschwungene Giebel abgetragen, Verzierungen von der Fassade geschlagen und die Raumaufteilung geändert worden. An der Nordseite des Gebäudes war ein viereckiger grauer Fahrstuhlklotz errichtet worden, der das Gesamtbild verschandelte und abgerissen wurde. Die Fassade war grau und bröckelte, auch Türen und Fenster mussten aufgearbeitet werden.
Zunächst hatte der Landkreis das Schloss verkaufen wollen, doch die nötigen Investitionen schreckten potenzielle Interessenten ab. Eine Auschreibung blieb ohne Ergebnis. «Unsere Auflagen waren streng», erinnert sich Erik Nagel von der Kreisverwaltung. «Wir wollten das Schloss auf jeden Fall öffentlich zugänglich halten. Mit dieser Vorgabe konnten private Investoren die Sanierung aber nicht stemmen.»
Nach den Jahren der Unsicherheit leuchtet das Schloss jetzt wieder sandfarben, verlorengegangene Fassadendetails sind erneuert worden. Die 20.000 bis 30.000 Touristen, die pro Jahr zum berühmten Birnbaum pilgern, können endlich auch das Schloss besichtigen, dass im übrigen erst 1893 auf den Grundmauern des Herrenhauses errichtet worden war, das noch Fontane gesehen hatte. Im dahinter liegenden kleinen Park soll ein Bundesbirnengarten mit einem Baum aus jedem Bundesland entstehen. Sieben sind bereits gepflanzt. weiterlesen >>

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