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02. Juli 2009
Fontanes Urenkelin bei Wiedereröffnung von Schloss Ribbeck
Ribbeck - Es ist fast wie zu Zeiten Theodor Fontanes auf Ribbeck im Havelland. Schon seit einigen Jahren wächst wieder eine Birne neben der Kirche des 320-Einwohner-Dorfes 40 Kilometer westlich von Berlin. An der Stelle stand auch der Obstbaum aus dem berühmten Gedicht des Wanderers durch die Mark Brandenburg. Nur wenige Schritte entfernt erstrahlt jetzt auch das Schloss wieder in altem Glanz. Nach einjähriger Sanierung soll es am kommenden Samstag feierlich eröffnet werden. Als Ehrengast wird die Urenkelin des Dichters, Ingeborg Fontane, erwartet.
Die Nachfahren des «Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland» aber werden nicht wieder in das Herrenhaus einziehen. Stattdessen soll es ein Museum sowie ein Restaurant beherbergen. Außerdem kann man künftig dort heiraten, das Standesamt Nauen hat eine Außenstelle eingerichtet. Schon dieses Wochenende wird das erste Paar erwartet. Auch ein Konzertsaal und mehrere Veranstaltungsräume stehen zur Verfügung.
Carl-Friedich von Ribbeck, Enkel des letzten Gutsherren, wohnt seit elf Jahren im umgebauten alten Kutschstall nebenan. «Es war mir Verpflichtung, die Familientradition wieder aufzunehmen», sagt er. Das Schloss aber mit 1.425 Quadratmetern Nutzfläche sowie das 6.000 Quadratmeter große Anwesen gehört dem Landkreis. «Das muss jetzt der Landrat in Schuss halten», sagt der 70-Jährige. «Für mich wäre der Unterhalt zu kostspielig.»
Ab 1237 residierte die Familie auf Ribbeck, 1947 wurde sie von den sowjetischen Behörden ausgewiesen. Die Ländereien wurden im Zuge der Bodenreform enteignet, obwohl der damalige Gutsherr Hans von Ribbeck von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert worden und dort umgekommen war. Mit Blick auf die Familiengeschichte hatte Nachfahre Carl-Friedrich zunächst vor Gericht die Rückgabe der Güter gefordert. weiterlesen >>

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