Berlin - Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sollen künftig leichter zur Waffe greifen können. Verteidigungsminister Franz Josef Jung bestätigte am Donnerstag Pläne, die Handlungsanweisungen für die Soldaten zu überarbeiten. «Tatsache ist, wir wollen natürlich unseren Soldaten auch die Rechtssicherheit geben, die sie brauchen, um solche Kampfsituationen bestehen zu können.» Mehr als 900 Menschen verabschiedeten sich in einer bewegenden Trauerfeier im thüringischen Bad Salzungen von den drei Soldaten, die bei einem Gefecht in Kundus in Nordafghanistan vergangene Woche getötet worden waren.
Jung sagte in seiner Ansprache: «Der gewaltsame Tod dieser drei jungen Menschen konfrontiert uns alle mit der Frage nach dem Sinn dieses Einsatzes in Afghanistan.» Wenn man jetzt allerdings an Rückzug denke, würde man Afghanistan wieder in die Hände der Taliban geben. «Genau das ist es, was die Taliban erreichen wollen. Und das dürfen wir auch im Interesse unserer Sicherheit nicht zulassen», mahnte er.
Auch Kanzlerin Angela Merkel sieht keinen Anlass für einen Rückzug. «Wir werden vor dieser Aufgabe nicht weglaufen, sondern werden sie Schritt für Schritt erfüllen», sagte sie in ihrer Regierungserklärung im Bundestag. Ziel sei es letztlich, dass in Afghanistan die Streit- und Polizeikräfte die Sicherheit des Landes selbst garantieren könnten. Jung hatte dafür jüngst einen Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahren genannt.
Die drei Hauptgefreiten im Alter zwischen 21 und 23 Jahren waren am 23. Juni im Verlauf eines Gefechts ums Leben gekommen. Als sie von Aufständischen angegriffen wurden, kippte ihr Transportpanzer Fuchs in ein Gewässer. Zwei der Soldaten waren sofort tot, einer erlag später seinen schweren Verletzungen. Sie stammten aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. weiterlesen >>