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02. Juli 2009

EU zieht alle Botschafter aus Honduras ab



Stockholm/Tegucigalpa - Die Europäische Union hat wegen des Staatsstreichs in Honduras alle Botschafter aus dem mittelamerikanischen Land abgezogen. Das erklärte der schwedische Außenminister Carl Bildt am Donnerstag. «Alle EU-Botschafter haben das Land inzwischen verlassen», schrieb Bildt in seinem Blog. Die EU fordere eine rasche Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras. Schweden hat seit Anfang Juli die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Der Interimspräsident von Honduras machte unterdessen Venezuela für die Krise in seinem Land verantwortlich. Der Sturz des gewählten Präsidenten Manuel Zelaya sei notwendig geworden, weil dieser ganz unter dem Einfluss des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez gestanden habe, erklärte Roberto Micheletti am Mittwochabend vor seinen Anhängern in Tegucigalpa. Zugleich verschärfte das Parlament das Ausgehverbot, dass seit dem Putsch vom vergangenen Sonntag in Kraft ist.

Micheletti hat die Verhaftung Zelayas angedroht, sollte dieser nach Honduras zurückkehren. Die USA stellten aus Protest gegen den Staatsstreich ihre militärische Zusammenarbeit mit dem mittelamerikanischen Land vorerst ein. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) setzte den Streitkräften von Honduras eine Frist von drei Tagen, um Zelaya wieder als rechtmäßigen Staats- und Regierungschef anzuerkennen. Ansonsten müsse Honduras mit der Suspendierung seiner Mitgliedschaft rechnen.

Auch die UN-Vollversammlung forderte umgehende Wiedereinsetzung Zelayas. Frankreich, Spanien, Italien, Chile und Kolumbien riefen ihre Botschafter aus Tegucigalpa zurück. Tausende Demonstranten bekundeten derweil am Mittwochabend ihre Unterstützung sowohl für den alten als auch für den neuen Präsidenten. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern wurden nicht gemeldet.





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