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02. Juli 2009
Amnesty kritisiert Israel wegen Gaza-Offensive
Jerusalem - Im ersten ausführlichen Bericht einer Menschenrechtsorganisation zur Offensive im Gazastreifen vor einem halben Jahr hat Amnesty International Israel Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Art der Angriffe und die hohe Zahl der zivilen Opfer zeige «Elemente rücksichtslosen Verhaltens», heißt es in einem am Donnerstag vorgestellten Bericht. Die israelischen Streitkräfte hätten nicht zwischen militärischen und zivilen Zielen unterschieden.
Während des dreiwöchigen Militäreinsatzes kamen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen mehr als 1.400 Palästinenser ums Leben. Amnesty zufolge waren mehrere hundert unbewaffnete Zivilpersonen und 300 Kinder unter den Opfern. Außerdem seien tausende Wohnhäuser zerstört worden. Besonders kritisiert wurde der Einsatz wenig präziser Artilleriegranaten und der Gebrauch von weißem Phosphor in dem dicht besiedelten Gebiet. Außerdem seien Palästinenser als «menschliche Schutzschilde» eingesetzt und Zivilpersonen der Zugang zu medizinischer Versorgung und Hilfsgütern verwehrt worden.
Die im Gazastreifen regierende Hamas wurde von Amnesty wegen ihrer Raketenangriffe auf Ziele im Süden Israels kritisiert. Dabei kamen drei Israelis ums Leben. Amnesty bezeichnete auch diese Angriffe als Kriegsverbrechen. Mit dem 117-seitigen Bericht legte Amnesty als erste Menschenrechtsorganisation die Ergebnisse einer gründlichen Untersuchung zur Gaza-Offensive vor.
Die israelischen Streitkräfte wiesen den Bericht zurück. Er trage der «unerträglichen Realität von neun Jahren unablässigen und wahllosen Raketenbeschusses» auf israelische Bürger nicht ausreichend Rechnung. Außerdem nehme er die Bemühungen der Streitkräfte nicht zur Kenntnis, die Zahl ziviler Opfer «auf einem Schlachtfeld» zu begrenzen, in dem Hamas-Kämpfer Zuflucht in Wohngebieten, Kliniken, Schulen und Moscheen gesucht hätten. weiterlesen >>

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