Schwedische Autorin beschreibt Nazi-Vergangenheit des IKEA-Gründers
veröffentlicht am 25.08.2011

Ein Buch über Antisemitismus in Schweden beschreibt die engen Beziehungen des IKEA-Gründers Ingvar Kamprad in seiner Jugend zu den Nationalsozialisten. Die schwedische Autorin und Journalistin Elisabeth Asbrink schreibt in dem Buch, der schwedische Geheimdienst habe eine Akte über Kamprad angelegt und heimlich dessen Briefe geöffnet.
Stockholm - Ein Buch über Antisemitismus in Schweden beschreibt die engen Beziehungen des IKEA-Gründers Ingvar Kamprad in seiner Jugend zu den Nationalsozialisten. Die schwedische Autorin und Journalistin Elisabeth Asbrink schreibt in dem Buch, der schwedische Geheimdienst habe eine Akte über Kamprad angelegt und heimlich dessen Briefe geöffnet.
Kamprad schloss sich 1943 im Alter von 17 Jahren den schwedischen Nationalsozialisten an. Aus den Akten des Geheimdienstes gehe hervor, er habe "eine Art Funktionärsposition" bei einer nationalsozialistischen Jugendorganisation innegehabt, heißt es in dem Buch, das bisher nicht auf Deutsch erschienen ist (Englischer Arbeitstitel: "And in Wienerwald the Trees Remain").
Bis mindestens 1950 soll Kamprad Kontakt zu Nazi-Sympathisanten gehabt haben - und damit zwei Jahre länger als Kamprad bislang zugegeben hatte. Sein Sprecher Per Heggenes sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP, Kamprad habe von der Akte nichts gewusst und betrachte seine damaligen Aktivitäten nach wie vor als "größten Fehler" seines Lebens.
Das Buch erzählt die wahre Geschichte eines der besten Freunde von Kamprad, Otto Ullmann, einem österreichischen Juden, der als kleiner Junge kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach Schweden geschickt wurde. Während er 1944 für die Familie Kamprad arbeitete, töteten die Nazis seine Eltern in Deutschland. Ullmann erfuhr erst zwei Jahre später vom Tod seiner Eltern.
Asbrink führte für das Buch Dutzende Interviews, sichtete offizielle Dokumente und verarbeitete mehr als 500 Briefe. Im Buch wird auch eine Einladung zur Hochzeit erwähnt, die Kamprad 150 an den berüchtigten Faschisten Per Engdahl verschickte, in der Kamprad unterstrich, wie stolz er darauf sei, dass sie beide zum gleichen Kreis gehörten.
Bereits 1988 räumte Kamprad in einem Buch über sein Leben ein, Mitglied der Nazi-Bewegung gewesen zu sein und bat um Vergebung für seine "Dummheit". Er sagte zudem, er habe zwischen 1945 und 1948 an Treffen der Nazis teilgenommen.
Kamprad hat seine Beteiligung in der Bewegung auf seine Erziehung und den Einfluss seiner Großmutter zurückgeführt, die aus Böhmen im heutigen Tschechien stammte. Sie habe ihn in jungen Jahren mit Nazi-Propagandamagazinen versorgt. (© AP)




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