München - Die Constantin Medien AG hat Millionenbelastungen im Sportbereich angekündigt und den zuständigen Vorstand Rainer Hüther sowie DSF-Chef Oliver Reichert entlassen. Vorstandschef Bernhard Burgener sagte am Mittwoch, er führe das gesamte operative Geschäft ab sofort allein.
Im laufenden Jahr werde das Ergebnis im Sportsegement von Einbrüchen im Werbemarkt, Restrukturierungskosten und außerordentliche Aufwendungen «im unteren zweistelligen Millionenbereich» belastetet. Das Loch ließe sich mit 25 bis 30 Millionen Euro aus einem Vergleich mit ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten stopfen, wenn nicht weitere Abschreibungen nötig werden sollten. Zuletzt hatte Burgener einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro und einen Gewinn von drei bis fünf Millionen angekündigt. Größter Aktionär des Film- und Medienkonzerns ist Leo Kirch mit 17 Prozent.
Hüther war acht Jahre im Vorstand der Vorgängergesellschaft EM.Sport Media und der fusionierten Constantin Medien. Der geschasste Chef des Deutschen Sportfernsehens DSF, Reichert, war zehn Jahre im Konzern gewesen. Sein Nachfolger wird Zeljko Karajica, der zugleich Chef der konzerneigenen Produktionsfirma Plazamedia bleibt. Die Straffung des Managements schaffe mehr Effizienz und solle das Sportsegment wieder auf Wachstumskurs führen, sagte Burgener.