Rezession hat Maschinenbau im Griff: Auftragseingang sackt zum achten Mal in Folge zweistellig ab
veröffentlicht am 01.07.2009

Zum achten Mal in Folge ist der Auftragseingang im Maschinenbau dramatisch eingebrochen. Allein im Mai waren die Orderbücher um fast die Hälfte weniger gefüllt als vor Jahresfrist. Immerhin fiel das Mai-Minus mit 48 Prozent nicht ganz so krass aus wie im April mit minus 58 Prozent.
Frankfurt/Main - Zum achten Mal in Folge ist der Auftragseingang im Maschinenbau dramatisch eingebrochen. Allein im Mai waren die Orderbücher um fast die Hälfte weniger gefüllt als vor Jahresfrist. Immerhin fiel das Mai-Minus mit 48 Prozent nicht ganz so krass aus wie im April mit minus 58 Prozent. Etwa jeder sechste Beschäftigte im Maschinen- und Anlagenbau ist in Kurzarbeit, nun droht verstärkter Stellenabbau: Der Branchenverband VDMA schließt ein Minus von bis zu 60.000 Arbeitsplätzen im Jahresverlauf nicht aus.
Der Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Ralph Wiechers, sagte der AP am Mittwoch, von Dezember 2008 bis April sei die Zahl der Stellen bereits um rund 13.000 zurückgegangen. «Dass wir im Jahresverlauf 50.000 bis 60.000 Jobs weniger haben, ist nicht auszuschließen», erklärte der Ökonom. Die Branche zählte Ende Dezember 2008 in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten noch 954.000 Mitarbeiter. Davon waren allein im März 158.000 in Kurzarbeit.
Die Mai-Zahlen beim Auftragseingang waren besonders vom Auslandsgeschäft belastet: Die Nachfrage aus dem Ausland gab 51 Prozent nach. Das Inlandsgeschäft sank um 42 Prozent. Nachdem Monat für Monat die Auftragslage eingebrochen ist, schraubt der VDMA seine Erwartungen an das Gesamtjahr auch weiter herunter: Statt einer Spanne von minus 10 bis minus 20 Prozent erwartet der Verband nun eher einen Rückgang der Produktion um 15 bis 20 Prozent, wie Wiechers sagte.
«Die positive Kunde weltweit wieder anziehender Geschäftserwartungen findet im Auftragseingang des Maschinenbaus noch keinen Widerhall», sagte er weiter. Auch dass der Rückgang im Mai geringer als im April ausgefallen sei, dürfe nicht als Trendwende gewertet werden. Dies beruhe allein auf dem Basiseffekt des im Mai 2008 bereits niedrigeren Vergleichsniveaus. «Im Verlauf zeigt sich leider bislang keine Entspannung», erklärte Wiechers. Die Talsohle sei noch nicht erreicht.
Nach wie vor gebe es zudem große Unterschiede in der Entwicklung innerhalb des Maschinen- und Anlagenbaus: So verzeichneten Wiechers zufolge die Bekleidungs- und Ledertechnik, der Bereich Aufzüge und Fahrtreppen sowie Sanitär- und Industrie-Armaturen Rückgänge zwischen 9 und 20 Prozent. Dagegen falle bei Gießereimaschinen, Werkzeugmaschinen und auch bei Holzverarbeitungsmaschinen ein Minus von 69 und bis 81 Prozent an. (© AP)




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