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01. Juli 2009

Verbraucher reagieren noch gelassen auf die Krise



Berlin - Verbraucher in Deutschland reagieren bislang noch recht gelassen auf die Wirtschaftskrise. Für dieses Jahr erwartet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) ein Umsatzminus von lediglich zwei Prozent. Damit bewege man sich im Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen, «wenn auch am unteren Ende», sagte Verbandspräsident Josef Sanktjohanser am Mittwoch. 2010 werde allerdings «kein leichtes Jahr für den Einzelhandel», sagte er voraus. Dafür sorge der absehbare Anstieg der Arbeitslosigkeit.

In die Prognose von nominal minus zwei Prozent für 2009 eingerechnet sind die im Vergleich zu 2008 fehlenden zwei Verkaufstage, die mit etwa 0,7 Prozentpunkten zu Buche schlagen. In den ersten fünf Monaten des Jahres sank der Umsatz nominal um 2,2 Prozent, preisbereinigt um 2,8 Prozent. Für das erste Halbjahr insgesamt geht der Verband von minus zwei Prozent aus. Die Einzelhandelszahlen schließen den Autoabsatz, die Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken aus.

Sanktjohanser nannte die Entwicklung «zwar nicht dramatisch» im Vergleich zu anderen Branchen. «Wir dürfen die Entwicklung aber auch nicht verharmlosen, da die Handelsunternehmen nicht vom Aufschwung profitiert haben und kaum Reserven anlegen konnten.» Im Einzelhandel herrsche seit fast zwei Jahrzehnten Flaute und scharfer Wettbewerb, sagte er. «Das härtet ab: Unsere Unternehmen sind krisenerprobt und lassen sich auch jetzt das Geschäft nicht kaputtreden.»

Dass sich der private Konsum bislang recht robust zeigt, führte Sanktjohanser auf die stabilen Verbraucherpreise zurück. «Vor allem mit niedrigen Preisen sind wir im Moment die Muntermacher der Nation.» Auch für das Gesamtjahr gehe man davon aus, dass die Verbraucherpreise kaum steigen werden. Angesichts der sich abzeichnenden steigenden Arbeitslosigkeit trübten sich die Geschäftserwartungen der Einzelhandelsunternehmen jedoch für das zweite Halbjahr und 2010 ein.  weiterlesen >>


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