Hartnäckiger Kämpfer für die Interessen der Bauern
veröffentlicht am 01.07.2009

Gerd Sonnleitner ist ein hartnäckiger Kämpfer für die Interessen der Bauern. Er ist der erste Landwirt, der an der Spitze des Deutschen Bauernverbands steht - nunmehr seit 1997. Beim Deutschen Bauerntag am Mittwoch in Stuttgart ist der 60-jährige Bayer für eine weitere dreijährige Amtszeit bestätigt worden.
Stuttgart - Gerd Sonnleitner ist ein hartnäckiger Kämpfer für die Interessen der Bauern. Er ist der erste Landwirt, der an der Spitze des Deutschen Bauernverbands steht - nunmehr seit 1997. Beim Deutschen Bauerntag am Mittwoch in Stuttgart ist der 60-jährige Bayer für eine weitere dreijährige Amtszeit bestätigt worden. Obwohl er in der Vergangenheit in der Kritik stand, gab es keinen Gegenkandidaten. Das Wahlergebnis betrug 97,3 Prozent und übertraf damit noch die 94,7 Prozent bei der letzten Wahl vor drei Jahren.
Zuvor hatte Sonnleitner zu Kritik an seiner Person erklärt: «In schwierigen Zeiten gibt unterschiedliche Meinungen. Die bessere Meinung setzt sich durch.» Hintergrund der Kritik an Sonnleitner ist vor allem die Haltung seines Verbandes beim Milchpreis. Der Bauernverband befürwortet die Abschaffung der Milchquote im Jahr 2015, während der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) für eine Mengenregulierung kämpft.
Sonnleitner versteht sich nicht nur als Funktionär, sondern auch als Bauer «mit Leib und Seele»: Gemeinsam mit seiner Frau bewirtschaftet er in der Nähe von Passau einen 100-Hektar-Hof, der seit dem 13. Jahrhundert in Familienbesitz ist. Der Bauernpräsident betreibt hauptsächlich Schweinehaltung.
Seine ersten berufsständischen Sporen verdiente sich Sonnleitner in der Bayerischen Jungbauernschaft sowie als Orts- und Kreisobmann. Bereits 1991 wurde er Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, und er ist es heute noch. 1997 löste er Constantin Freiherr Heereman als Bauernpräsident ab. Sonnleitner ist parteilos und traditionsbewusst. Nach dem Besuch von Volks- und Realschule erhielt er 1973 das Diplom als staatlich geprüfter Landwirt und Landwirtschaftsmeister.
Den Bauernverband versteht Sonnleitner als Wirtschaftsverband, der allen Landwirten offensteht, alle Produktionsrichtungen politisch vertritt und Verantwortung im ländlichen Raum übernimmt. Ökologisch wirtschaftende Bauern haben ihm aber wiederholt vorgeworfen, sich vorrangig für die Interessen der konventionell wirtschaftenden Großbetriebe einzusetzen. Im Jahr 2001 hatten ihm Naturschützer den «peinlichsten Umweltpreis» Deutschlands verliehen - den Dinosaurier des Jahres. Als Grund wurde Sonnleitners «konsequente Bremsleistung in Sachen Agrarwende» genannt.
Als überzeugter Europäer engagiert sich Sonnleitner indes auch auf europäischer und internationaler Ebene. Den Europäischen Bauernverband COPA leitete er von 2001 bis 2003. Er sorgte für den COPA-Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder bereits zu einer Zeit, als diese Länder noch über den EU-Beitritt verhandelten. Besonders am Herzen liegt Sonnleitner als derzeitiger COPA-Vizepräsident ein fairer Abschluss der Welthandelsrunde. (© AP)




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