Sauerland-Gruppe hatte nur wenige Zünder zur Verfügung
Düsseldorf - Die mutmaßlichen Terroristen der Sauerland-Gruppe hatten für ihre geplanten Anschläge nur wenige brauchbare Zünder zur Verfügung. Von den bei ihnen sichergestellten 22 Zündern aus tschechischer und bulgarischer Produktion waren nur drei oder vier funktionsfähig, wie ein Experte des Bundeskriminalamts am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf sagte. Die anderen erwiesen sich bei Sprengversuchen als defekt. Fünf weitere Exemplare waren ungeeignete Übungszünder.
Bisher haben sich bei den Versuchen nur drei Exemplare als funktionsfähig erwiesen, wie der Zeuge erklärte. Ein weiteres Exemplar, das in der Verhandlung gezeigt wurde, soll nun noch getestet werden. Die Gründe für das Versagen der restlichen Zünder ließen sich nicht sicher feststellen, sagte der Experte. Möglicherweise sei das in einigen Fällen verwendete Schwarzpulver feucht geworden. Denkbar seien aber auch Fehler bei der Herstellung.
Allerdings hätten auch die wenigen funktionstüchtigen Zünder der Aussage zufolge einige Wirkung entfalten können. So hätte mit jedem einzelnen von ihnen eine Sprengung ausgelöst werden können. Ein einzelner Zünder wäre geeignet gewesen, eine größere Menge Sprengstoff zu zünden.
Derweil hüllten sich die Angehörigen der mutmaßlichen Terroristen am Mittwoch weiter in Schweigen: Auch die Eltern des Angeklagten Adem Yilmaz verweigerten die Aussage. In dem Prozess wurden bereits am zweiten Verhandlungstag insgesamt 17 Zeugen aus den Familien der vier Angeklagten geladen, von denen sich jedoch ebenfalls keiner äußern wollte. weiterlesen >>