(Update 2) - Stoltenberg ruft zur Wachsamkeit gegen Intoleranz auf
veröffentlicht am 21.08.2011

Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat bei der Gedenkfeier für die Opfer des Doppelanschlags von Oslo und Utöya zur Wachsamkeit gegen Intoleranz aufgerufen. Zum Abschluss einer vierwöchigen Trauerzeit für die 77 Opfer des Verbrechens sagte er, zusammen könnten die Bürger "eine unzerbrechliche Kette der Sorge, Demokratie und Sicherheit bilden - das ist unser Schutz gegen Gewalt".
Oslo - Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat bei der Gedenkfeier für die Opfer des Doppelanschlags von Oslo und Utöya zur Wachsamkeit gegen Intoleranz aufgerufen. Zum Abschluss einer vierwöchigen Trauerzeit für die 77 Opfer des Verbrechens sagte er, zusammen könnten die Bürger "eine unzerbrechliche Kette der Sorge, Demokratie und Sicherheit bilden - das ist unser Schutz gegen Gewalt".
Stoltenbergs Rede wurde von den 6.700 Gästen in der Osloer Spektrum-Arena mit stehendem Applaus begleitet. "Wir brauchen Sie", sagte er. "Gleich, wo Sie wohnen, egal, an welchen Gott Sie glauben, jeder einzelne von uns kann Verantwortung übernehmen und die Freiheit bewachen." In dem Stadion wurden Kerzen zum Gedenken an die Opfer des geständigen Täters Anders Behring Breivik angezündet.
"Heute steht die Zeit still, um der Toten zu gedenken", sagte Stoltenberg. "Wir machen das als eine Nation. Jede Kerze hat erwärmt, jeder Gedanke hat getröstet, jede Rose hat Hoffnung gegeben. Wir sind ein kleines Land, aber ein großes Volk."
Auch König Harald V. sprach den Menschen Mut zu. "Ich glaube fest daran, dass wir unsere Fähigkeit behalten, frei und offen in unserem Land zu leben", sagte Harald. Zuvor hatte die Sängerin Susanne Sundfoer die Zeremonie mit dem bekannten norwegischen Lied "Mein kleines Land" eröffnet.
Die Gedenkfeier wurde live im Fernsehen übertragen. Neben Ministerpräsident Jens Stoltenberg nahmen zahlreiche Regierungsmitglieder, Abgeordnete und Angehörige benachbarter Königshäuser an der Zeremonie teil.
Geplant waren zudem Auftritte der Sopranistin Sissel Kyrkjeboe, der Hip-Hop-Gruppe Karpe Diem und des norwegischen Radioorchesters. Auch die international Popband A-ha trat noch einmal gemeinsam auf.
Während der Gedenkstunde hingen in der norwegischen Hauptstadt die Flaggen auf halbmast. Vor der Kathedrale hatten Menschen zuvor Blumen niedergelegt und Kinder Seifenblasen steigen lassen.
Breivik wurde in Utöya 90 Minuten nach dem Beginn seines Anschlags verhaftet. Er sitzt seitdem in Isolationshaft. Er bestreitet die Tat nicht, weist aber eine strafrechtliche Schuld mit der Begründung zurück, das Massaker sei zur Rettung Norwegens erforderlich gewesen. Die Tat sollte Muslime aus Europa vertreiben und Politiker bestrafen, die für multikulturelles Zusammenleben einträten.
Im Internet beteiligten sich Menschen in aller Welt am Gedenken an Breiviks Opfer. Jedes Mal, wenn jemand "Utöya" eintrug, ging auf der Twitter-Seite www.light4utoya.net ein Licht auf einer Weltkarte auf. Die Aktion stand unter dem Motto: "Zünde ein Licht für die Demokratie an". (© AP)




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