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Ricky Warwicks ganz private Reise nach Nordirland

veröffentlicht am 20.05.2009


Als Sänger und Gitarrist der schottischen Hardrock-Band The Almighty wurde Ricky Warwick in den 90er Jahren bekannt, und auch in Punkbands wie Stiff Little Fingers oder New Model Army mischte er mit. Inzwischen ist er allerdings ohne Band unterwegs und hat mit «Belfast Confetti» (DR2/Intergroove) gerade sein drittes Soloalbum veröffentlicht. «The Almighty hatten sich aufgelöst.

 

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Frankfurt/Main - Als Sänger und Gitarrist der schottischen Hardrock-Band The Almighty wurde Ricky Warwick in den 90er Jahren bekannt, und auch in Punkbands wie Stiff Little Fingers oder New Model Army mischte er mit. Inzwischen ist er allerdings ohne Band unterwegs und hat mit «Belfast Confetti» (DR2/Intergroove) gerade sein drittes Soloalbum veröffentlicht. «The Almighty hatten sich aufgelöst. Ich wollte weiter Musik spielen. Ich hatte genug davon, in einer Band zu sein, daher erschien es logisch, solo weiterzumachen», erklärt der 42-Jährige im AP-Interview.


Dabei hat sich auch der Sound seiner Musik geändert: Sie ist immer noch rockig, aber weniger hart und hat zuweilen schottisch-irische Folkanklänge, auch Instrumente wie Mandoline und Harmonika sind vertreten. Er fühle sich als Solokünstler inzwischen sehr wohl in seiner Haut, sagt Warwick. «Ich kenne meine Stärken und Schwächen. Ich war in den vergangenen sieben Jahren so viel auf Tour, dass ich meinen Sound und Spielstil gut entwickeln konnte.»


Viele der Titel auf dem Album haben Belfast oder Irland zum Thema. «Ich bin sehr stolz darauf, dass ich aus Nordirland komme», erklärt Warwick, geboren im County Down. «Ich wollte über meine Erfahrungen, die meiner Familie und meiner Freunde und über meine Kindheit dort schreiben.» Dabei legt er Wert auf die Feststellung, dass «Belfast Confetti» kein politisches Manifest sei. «Das Album ist eine private Reise und kein tiefgründiger sozialer Kommentar über den politischen Status oder den Konflikt. Wie jeder bin ich froh darüber, dass es in Nordirland jetzt einen dauerhaften Frieden gibt. Die Veränderungen sind fantastisch, und ich hätte nie gedacht, dass sie zu meinen Lebzeiten passieren. Aber es gibt noch viel zu tun.»


In «Thousands Are Leaving» setzt Warwick den zahlreichen Auswanderern ein Denkmal, die Hunger und Armut in ihrer Heimat zu entkommen suchten. «Viele der ersten Siedler in Amerika kamen aus Nordirland oder Südschottland. 17 US-Präsidenten haben nordirisch/schottische Ahnen. Seit Jahrhunderten haben Menschen Irland verlassen, um Arbeit und eine besseres Leben zu suchen.» Das Auswandererthema greift Warwick auch im stillen «Born Fightin'» noch einmal auf.


Die hymnische Ballade «Belfast Confetti» steht an sechster und damit zentraler Stelle des Albums. Warum wählte er gerade sie als Titelsong? Das Stück «fasst das Gefühl aller Songs auf dem Album zusammen. 'Belfast Confetti' war ein Begriff für all das, womit während eines Aufruhrs geworfen werden konnte. Aber ich habe ihn genommen, um elf verschiedene Songs mit unterschiedlichen Themen zu beschreiben, die aber alle mit einem Ort in Beziehung stehen.»


Ein echtes Liebeslied findet sich nicht auf dem Album - jedenfalls keines, das sich offensichtlich an eine Frau richtet. Doch ganz ohne geht es auch bei Warwick nicht: Track Nummer zwei, «The Arms Of Belfast», «ist ein Liebeslied darüber, wie sehr ich Belfast liebe». Genährt wird dieses Gefühl vielleicht auch von der Sehnsucht, denn inzwischen lebt Warwick in Los Angeles.


Den Eindruck, dass viele seiner Texte eher traurig sind oder bittersüße Erinnerungen heraufbeschwören, weist er zurück. «Sicher, einige der Songs handeln von dunklen Momenten in meinen Leben, aber Songs wie 'I Can't Wait For Tomorrow', 'Belfast Confetti' oder 'The Arms Of Belfast' sind sehr optimistisch.»


Die vielen Akustiksongs auf dem Album bieten sich für eine Club-Tour geradezu an. Genießt Warwick solche Auftritte, oder sind ihm große Hallenkonzerte mit Bands wie Def Leppard, wie er sie ja auch kennt, lieber? «Ich mag beides. Kleinere Clubs sind intimer, und ich mag die enge Verbindung zum Publikum, die man dort bekommt. Aber auf eine Bühne vor 10.000 Leute zu treten, nur mit einer Gitarre bewaffnet, ist ein fantastisches Gefühl.»


Noch in diesem Jahr will Warwick in Deutschland auf Solo-Akustiktour gehen, und später im Jahr möglicherweise auch mit Unterstützung einer Band. «Ich spiele gern in Deutschland. Die Leute sind wirklich respektvoll und sehr gute Zuhörer.»  (© AP)



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