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01. Juli 2009
U2 heben ab
Musikalische Höhepunkte gab es bei diesem Auftakt viele, das Quartett harmoniert auf höchstem Niveau. Clayton hat am Bass längst seinen eigenen Stil definiert, der mit vielen Varianten das waghalsige Gitarrenspiel von The Edge absichert, ergänzt, weitertreibt. Mullen ist dagegen ein Schlagzeug-Stoiker, der ruhende Pol. Mit ihrer Vielseitigkeit sichern die Drei Bonos Gesang ab, der an Intensität mit den Jahren eher noch hinzugewonnen hat.
Eine Plauderei mit der ISS-Besatzung (»Ist die Erde wirklich rund?» - «Das ist ein Geheimnis!») gehörte zum Entertainment-Programm. Politisch wurde es beim Lied «Walk On», bei dem sich viele Zuschauer von der U2-Webseite ausgedruckte Suu-Kyi-Masken vors Gesicht hielten. Das war als Zeichen der Solidarität geplant und soll Bestandteil aller 360-Grad-Konzerte werden. Und danach hielt der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu vor der ersten Zugabe auf der Videowand eine Predigt - für die Hilfsinitiative One.org, der es gelungen sei, mit Medikamenten 3,4 Millionen Menschen vor Aids und Malaria zu retten. Ein symbolhafter Brückenschlag von Afrika nach Asien war das auch noch: Dramaturgie und Ablauf lassen den Willen erkennen, Suu Kyi eine internationale Unterstützung wie seinerzeit Nelson Mandela zu verschaffen.
Seit 22 Jahren sind U2 eine der größten Rockbands der Welt. Mit der neuen Welttournee erheben sie den Anspruch, die größte zu sein - auch wenn das Konzert in Barcelona fast demütig mit «Moment Of Surrender» endete. «360 Grad» ist eine neue Dimension von Rockkonzerten - musikalisch, video- und klangtechnisch. Die Band gibt sich mit dem Erreichten noch lange nicht zufrieden und ist in Barcelona mit ihrem «Spaceship» schlicht abgehoben.
Als Vorgruppe traten in Barcelona Snow Patrol auf. Die britische Band hatte mit «Chasing Cars» einen Hit. Sänger Gary Lightbody zeigte sich von der U2-Megabühne «eingeschüchtert, aber auch fasziniert». Es sei für Snow Patrol «eine Ehre, für die größte Rockband der Welt zu eröffnen».

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