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01. Juli 2009

U2 heben ab



Barcelona - Die irische Rockband U2 hat bei ihrem Welttourneeauftakt in Barcelona das Stadion Camp Nou erbeben lassen. Eine ausgeklügelte Show auf einer gigantischen, an ein UFO erinnernden Bühne riss am Dienstagabend mehr als 90.000 Fans mit. Bono & Co spielten mehr als zwei Stunden lang viele Klassiker von «Pride» über «I Still Haven't Found What I'm Looking For» bis hin zu sechs Liedern von ihrem aktuellen Album «No Line On The Horizon». Das ursprünglich für Blues-Königin Billie Holiday geschriebene «Angel Of Harlem» widmete Bono dem verstorbenen «King of Pop» Michael Jackson.

Zwischendurch gab es eine Live-Schaltung zur Internationalen Raumstation ISS, eine Massenkundgebung für die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und eine Predigt von Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu.

Die Tour heißt technisch nüchtern «360 Grad», weil das wie auf vier riesigen Spinnenbeinen auf das Fußballspielfeld gestellte Konstrukt von überall den Blick auf die runde Bühne ermöglicht. Videowand und Lautsprecher sind in dem «Raumschiffkörper» in luftiger Höhe untergebracht, die technische Qualität von Bild und Sound setzt wieder einmal Maßstäbe. Um die Bühne ist noch einmal ein runder Laufsteg gezogen, der mit zwei beweglichen Brücken für Bono, Gitarrist The Edge, Bassist Adam Clayton und Schlagzeuger Larry Mullen erreichbar ist. Ja, auch Mullen verlässt bei einem Lied, «I Go Crazy If I Don't Get Crazy Tonight», einmal sein Schlagzeug, um mit einer afrikanischen Trommel seine Ehrenrunde zu drehen.

«Breathe» eröffnet das Konzert, und die Zeile «Sing your heart out» ist das Motto des Abends - für Bono und das textsichere Publikum gleichermaßen. Der Welttourneeauftakt war ein internationales Ereignis: Nicht nur Fans aus Spanien, sondern aus vielen anderen Ländern waren nach Barcelona gekommen - die Stadt, die Bono als «Hauptstadt des Symbolismus» würdigte. «No Line On The Horizon» war ja bereits die Ausdehnung ins Unendliche, mit dem Bühnenraumschiff haben U2 dafür nun ein Symbol gefunden. Zum Nachdenken bringen, Aufrütteln mit dem derben «Get On Your Boots» und das Stadion mit «Vertigo» erbeben lassen - U2 brillierten mit einem druckvollen Programm, das kaum Zeit zum Atemholen ließ. «I was born to sing for you» heißt es im neuen Song «Magnificent» - und Bono beweist das mit jedem Lied, das er an diesem Abend anstimmt.  weiterlesen >>


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