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30. Juni 2009
Fischer protestieren gegen neue EU-Auflagen
Bremer - Etwa 170 Kutter- und Krabbenfischer haben am Dienstag mit ihren Schiffen gegen schlechtere Arbeitsbedingungen protestiert. Sie fuhren vom niedersächsischen Greetsiel bis nach Bremerhaven, wo der Deutsche Fischereitag stattfindet, wie ein Vertreter der Fischer mitteilte. An Bord hatten sie Protestbanner mit Sprüchen wie «Regelwut tut uns nicht gut» und «EU is not Fishermans Friend».
Die Fischer wenden sich vor allem gegen zwei neue EU-Verordnungen. So müssen sie demnächst ihre Logbücher elektronisch an die Überwachungsbehörden schicken und dafür teure neue Ausrüstung kaufen. «Zudem fallen für jeden Kutter im Monat Kosten von 100 Euro für die Übertragung an», sagte Gerold Conradi, Krabbenfischer und Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft der Kutter- und Küstenfischer «Emsmündung».
Außerdem dürfen die Krabbenfischer nach eigenen Angaben seit Anfang des Jahres großmaschige Netze nur noch an maximal drei Tagen pro Jahr statt bisher 118 Tagen benutzen.Auch Baggerarbeiten an Flussmündungen und der geplante Bau von mehreren Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee machen den Fischern Sorgen. «Damit werden uns unsere Fanggründe weggenommen», sagt Conradi.
Proteste von Umweltschutzorganisationen gegen Überfischung sind für die Fischer ein zusätzliches Ärgernis. So hatte Greenpeace vor rund einem Jahr 322 Felsbrocken in der Nordsee vor Sylt versenkt, um am Außenriff der Nordseeinsel die Fischerei zu stören. «In der Öffentlichkeit werden wir inzwischen wie die letzten Übeltäter dargestellt», sagt Conradi. «Wir sind nicht länger bereit, das hinzunehmen.» Nach Angaben der Veranstalter handelt es sich um die größte Demonstration von Krabbenfischern, die in Deutschland in den vergangenen 60 Jahren stattgefunden hat.

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