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30. Juni 2009

Für Foto-Handys drohen im Iran Prügel



Ungeachtet aller Gefahren, Nachrichtensperren und Drohungen versuchen die Blogger doch, ihren Verfolgern einen Schritt voraus zu bleiben. «Wir benutzen jetzt das Festnetz und E-Mail, seit wir kein SMS mehr haben. Und das Internet ist zwar langsam, aber es funktioniert noch», sagte Modschtaba Samienedschad der AP. Der 28-jährige Menschenrechtsaktivist ist einer aus dem kleinen Kreis bekannter Blogger, die noch offen zu reden bereit sind.

Seit der Wahl behindert die iranische Regierung den Netzzugang, blockiert Dutzende missliebiger Seiten und verlangsamt den Zugang dermaßen, dass beispielsweise Gmail oder Yahoo nahezu unerreichbar sind. Die globalisierungskritische Internetbewegung Avaaz.org kündigte am Montag eine Spendenaktion an mit dem Ziel, Iranern einen schnelleren Zugang zu ermöglichen. 75.000 Dollar sollen aufgetrieben werden, um die Bandbreite «massiv zu steigern».

Ohne Tricks, Sperren zu umgehen und auf Proxy-Server auszuweichen, können Iraner soziale Netzwerke wie Facebook und auch Farsi-sprachige Nachrichtenportale nicht mehr erreichen. Der Empfang von Satellitenfernsehen - bislang trotz Verbots geduldet - wird ebenfalls gestört, darunter auch die persischen Kanäle von BBC und Voice of America. SMS sind seit Beginn der Proteste nicht mehr möglich, das Mobilfunknetz fällt oft aus. Die Revolutionsgarden haben gedroht, gegen alle vorzugehen, die Bilder oder Texte ins Netz stellen.

Mit List und Tücke hat Samienedschad über den Kurznachrichtendienst Twitter seinen 5.000 Followern über Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften berichtet und die Adresse seines Blogs geändert. «Die können das Internet nicht kontrollieren», versichert der Dissident, der bis 2006 fast drei Jahre lang wegen Beleidigung des geistlichen Führers im Gefängnis saß. Derzeit werden nach Angaben von Reporter ohne Grenzen noch etwa zwei Dutzend nach der Wahl verhaftete Journalisten, darunter auch mehrere Blogger, festgehalten.  weiterlesen >>


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