Hannoverer - In Niedersachsen sollen künftig Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) die Internet-Kriminalität zentral bekämpfen. Innenminister Uwe Schünemann kündigte am Dienstag in Hannover an, dass Anfang August im LKA eine Zentralstelle mit 20 Mitarbeitern eingerichtet werde. Die Stelle solle die Schlagkraft der Polizei gegen die organisierte Kriminalität in Internet deutlich erhöhen und als Ansprechpartner für betroffene Unternehmen und das Bundeskriminalamt dienen, sagte der CDU-Politiker.
Die organisierte Kriminalität nutze zunehmend das Internet zur Begehung schwerster Straftaten, betonte Schünemann. So würden etwa Unternehmen erpresst, in deren Kommunikationssystem Täter über das Internet eingedrungen seien.
Der von der niedersächsischen Polizei ermittelte Gesamtschaden durch organisierte Kriminalität hat sich nach Angaben von Schünemann im vergangenem Jahr im Vergleich zu 2007 vervierfacht. Die niedersächsische Polizei habe 2008 in 60 Ermittlungskomplexen gegen die organisierte Kriminalität ermittelt, sagte der Minister. Der entstandene Gesamtschaden werde auf 88 Millionen Euro nach lediglich 22 Millionen Euro im Jahr 2007 geschätzt.
Die Steigerung geht nach Angaben des Innenminister auf zwei besonders spektakuläre Verfahren zurück. So verursachten Kriminelle, die massenhaft Angebotsrechnungen versandten, allein einen Schaden von 34 Millionen Euro. Weitere 31 Millionen Euro Schaden gingen auf das Konto einer Zigarettenschmugglerbande.