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30. Juni 2009

Aus für die Gurken-Norm



Brüssel - Warum ist die Gurke krumm? Weil die EU es erlaubt hat: Die berühmt-berüchtigte Vorschrift über den Krümmungsgrad von Gurken gilt ab dem Mittwoch nicht mehr. Auch die Vermarktungsnormen für zwei Dutzend weitere Obst- und Gemüsesorten wurden gestrichen.

Bislang wurden Gurken, Möhren, Zucchini und anderes Gemüse rein nach Aussehen in Handelsklassen einsortiert: «Gurken der Klasse extra müssen gut geformt und praktisch gerade sein (maximale Krümmung: zehn Millimeter auf zehn Zentimeter Länge)», heißt es in der einschlägigen Vermarktungsnorm von 1988. Bei stärkerer Krümmung drohte bislang der Klassenabstieg. In der Praxis hat dies dazu geführt, dass zumindest in größeren Geschäften nur schnurgerade Gurken verkauft wurden.

Entsprungen ist die Gurken-Norm allerdings nicht der bürokratischen Regelungswut Brüsseler Beamten, sondern den Wünschen des Handels. Genormtes Gemüse lässt sich einfach besser verpacken. Deshalb dürften krumme Gurken und knotige Karotten auch künftig nur in wenigen Supermärkten zu finden sein. Eine Chance bietet die Neuregelung aber beispielsweise für Bauern, die ihre Ware selbst vermarkten und sie nun nicht mehr wegen kleiner Unregelmäßigkeiten als zweitklassig abstempeln müssen.

Neben der Gurken-Regelung fallen am Mittwoch auch die Vermarktungsnormen für Möhren, Lauch, Spargel, Zucchini, Auberginen, Artischocken, Avocados, Bohnen, Erbsen, verschiedene Kohlsorten, Pilze, Knoblauch, Zwiebeln, Sellerie, Spinat, Chicoree, Aprikosen, Kirschen, Pflaumen, Melonen, Walnüsse und ganze Haselnüsse weg.  weiterlesen >>


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