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(Update 2) - Otto erweckt Quelle zu neuem Leben

veröffentlicht am 10.08.2011


Mehr als anderthalb Jahre nach der Quelle-Pleite können Kunden jetzt wieder bei dem traditionsreichen Versandhändler einkaufen. Der Hamburger Otto-Versand hat am Mittwoch die Internetseite www.quelle.de wieder in Betrieb genommen. Kunden können hier zunächst Waren aus den Bereichen Technik und Haushalt einkaufen, wie der Geschäftsführer der Otto-Tochter Quelle GmbH, Tim von Törne, der Nachrichtenagentur dapd sagte.

 

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Hamburg - Mehr als anderthalb Jahre nach der Quelle-Pleite können Kunden jetzt wieder bei dem traditionsreichen Versandhändler einkaufen. Der Hamburger Otto-Versand hat am Mittwoch die Internetseite www.quelle.de wieder in Betrieb genommen. Kunden können hier zunächst Waren aus den Bereichen Technik und Haushalt einkaufen, wie der Geschäftsführer der Otto-Tochter Quelle GmbH, Tim von Törne, der Nachrichtenagentur dapd sagte.


Mit dem Projekt will der größte deutsche Versandhändler nicht nur die alten Quelle-Kunden zurückgewinnen, sondern startet auch ein Experiment, das den Versandhandel völlig umkrempeln könnte.


Otto hatte nach der Pleite im November 2009 die Quelle-Markenrechte gekauft. Der Hamburger Konzern hatte rund 65 Millionen Euro für die Namen Quelle, die alte Quelle-Marke Privileg und andere Quelle-Marken ausgegeben. Privileg reichte Otto an den Haushaltsgeräte-Hersteller Whirlpool (Bauknecht) weiter.


Die Internetseite quelle.de war zwar schon seit Monaten zu erreichen, aber bisher wurden Kunden zu anderen Otto-Marken wie Witt oder Heine weitergeleitet. Seit Mittwoch können die Kunden wieder direkt dort Waren bestellen. Zum Auftakt waren 250.000 Artikel im Angebot. "Bald wird das Sortiment eine Million Produkte umfassen", sagte von Törne. Auch Kühlschränke und Waschmaschinen von Privileg sind im Angebot.


Die neue Quelle GmbH hat außer dem Namen nichts mit der alten Quelle aus Fürth zu tun. Die Firma kommt mit rund 30 Mitarbeitern enorm schlank daher. Grund ist das revolutionäre Handelskonzept: Quelle ist nicht selbst der Händler, sondern organisiert eine Art Marktplatz im Internet. Die echten Händler können ihre Waren dort präsentieren. Das Marktplatz-System kann dazu führen, dass Kunden den gleichen Artikel von verschiedenen Händlern zu verschiedenen Preisen bei Quelle finden.


Quelle übernimmt die finanzielle Abwicklung des Geschäfts: Das Geld beim Kunden kassieren und an den Händler weiterleiten, nachdem eine Provision von bis zu 15 Prozent abgezogen wurde. Quelle ist nur Agent, nicht Vertragspartner des Käufers. Der Vorteil: Quelle muss sich keine gigantischen Lagerhäuser voller Ware hinstellen wie andere Handelskonzerne. Das spart Millionen, die sonst im Warenbestand feststecken würden.


Warum aber sollten externe Händler sich auf so etwas einlassen und auch noch die Provision zahlen? "Die Marke Quelle steht für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit", sagte Geschäftsführer von Törne. Das werde alte und neue Kunden auf die Seite locken, an die die Händler sonst nie herangekommen wären. Außerdem muss sich der Händler nicht um sein Geld sorgen, Quelle zahlt auch, wenn der Endkunde nicht zahlt.  (© AP)



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