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(Update) - NABU verlangt umweltfreundliche Energiewende

veröffentlicht am 08.08.2011


Der Naturschutzbund Deutschland verlangt eine umweltfreundliche Umsetzung der anstehenden Energiewende. Verbandspräsident Olaf Tschimpke sagte am Montag heftige Konflikte über den Bau von Stromleitungen, Windrädern oder Solaranlagen sowie die Ausbreitung von gigantischen Maisfeldern für Biogasanlagen voraus. Wichtig seien vernünftige Konzepte und eine sachliche Debatte über einzelne Projekte.

 

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Berlin - Der Naturschutzbund Deutschland verlangt eine umweltfreundliche Umsetzung der anstehenden Energiewende. Verbandspräsident Olaf Tschimpke sagte am Montag heftige Konflikte über den Bau von Stromleitungen, Windrädern oder Solaranlagen sowie die Ausbreitung von gigantischen Maisfeldern für Biogasanlagen voraus. Wichtig seien vernünftige Konzepte und eine sachliche Debatte über einzelne Projekte.


"2011 und folgende werden die Jahre der Herausforderung sein", sagte Tschimpke. Er nannte Fragen, wie die verbleibenden Flächen im eng besiedelten Deutschland genutzt werden, die "Schlüsselfragen des Jahrhunderts" und fügte an: "Wir werden als NABU darauf achten, dass Naturschutz in Deutschland noch stattfindet."


Tschimpke stellte klar, dass Naturschützer sich nicht generell gegen Neubauten für die Energiewende wehren. Auch der NABU bestreite nicht die Notwendigkeit neuer Stromtrassen. Allerdings müsse jedes Projekt gut begründet werden. Dann steige die Akzeptanz, und auch örtliche Bürgerinitiativen könnten dafür gewonnen werden, meinte der Verbandspräsident.


Die Kurskorrektur der Bundesregierung in der Energiepolitik und die Entscheidung für den Atomausstieg lobte der Naturschützer ausdrücklich. Allerdings kritisierte er "erhebliche Schwächen" in den verabschiedeten Gesetzen. Vor allem werde zu wenig für das Energiesparen getan. Sowohl beim Strom als auch beim Heizen und Gebäuden gebe es "so viel Potenzial", sagte Tschimpke.


Die Nutzung dieser Spielräume werde auch bestimmen, ob Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen könne, sagte NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse. "Effizienz wird das Entscheidende sein." Bei der Senkung des Stromverbrauchs müsse sich Deutschland ehrgeizige Ziele setzen und den Energiebedarf in Gebäuden langfristig auf Null drücken. Zuletzt hatten Experten Zweifel angemeldet, ob Deutschland trotz Atomausstiegs sein Ziel halten kann, bis 2020 den Ausstoß von Klimagasen um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu bringen.


Der NABU ist mit 445.000 Mitgliedern nach eigenen Angaben der mitgliederstärkste Umweltverband in der Bundesrepublik. Rund 30.000 Menschen beteiligen sich nach Tschimpkes Worten aktiv an Umwelt- und Naturschutzprojekten, im vergangenen Jahr hätten sie 3,3 Millionen Stunden ehrenamtlich geleistet. Der Verband will den neuen Bundesfreiwilligendienst rasch verstärkt nutzen. Derzeit gibt es laut Tschimpke 60 Bundesfreiwillige im Verband, bis Jahresende sollen es 250, später dann bis zu 1.000 sein.


Wichtige Projekte des NABU in Deutschland sind zum Beispiel die Renaturierung der Havel oder der Schutz naturnaher Wälder. International ist der Verband nach eigenen Angaben an mehreren Klima- und Waldschutzprojekten in Äthiopien, im Kaukasus und auf Sumatra beteiligt.  (© AP)



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