(Update) - Aufständische beginnen Großoffensive im Westen Libyens
veröffentlicht am 06.08.2011

Die libyschen Aufständischen haben am Samstag in den Nafussa-Bergen westlich der Hauptstadt Tripolis eine Großoffensive gegen die Streitkräfte von Machthaber Muammar al Gaddafi begonnen. Hunderte Kämpfer machten sich von der Ortschaft Jafran aus auf den Weg zur Front, wo offenbar schwere Gefechte ausgetragen wurden.
Bengasi/Bir Ajad - Die libyschen Aufständischen haben am Samstag in den Nafussa-Bergen westlich der Hauptstadt Tripolis eine Großoffensive gegen die Streitkräfte von Machthaber Muammar al Gaddafi begonnen. Hunderte Kämpfer machten sich von der Ortschaft Jafran aus auf den Weg zur Front, wo offenbar schwere Gefechte ausgetragen wurden.
Unterstützt wurden sie bei ihrem Vormarsch von Panzern und Artillerie. Es waren laute Explosionen und Raketenfeuer aus der Ferne zu hören. Ihr Ziel sei es, "als erstes Bir Ghanam zu befreien" und dann die wichtige Küstenstadt Sawija einzunehmen, bevor man weiter auf Tripolis vorrücke, sagten zwei Rebellen, Dschumma Hussein und Jussef Bilin.
"Wir haben Tausende Kämpfer", sagte Hussein. Rebellenführer Mussa Hneisch sagte, rund 500 seiner Kämpfer rückten an zwei Fronten auf die Städte Sawija und Sabrata vor. Auf der Straße nach Sabrata hätten seine Truppen eine Einheit von Regierungssoldaten eingeschlossen und in ein Feuergefecht verwickelt.
Erst kürzlich hatten sich die Aufständischen in den Nafussa-Bergen neu formiert und die Offensive gegen Tripolis vorbereitet. Sie hofften, noch vor dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan Ende August die Hauptstadt zu erreichen.
Der mittlerweile fünf Monate andauernde Konflikt in Libyen ist weitgehend festgefahren. Die Front verschiebt sich zwar regelmäßig, doch bislang ist keiner Seite der Durchbruch gelungen.
Die Rebellen kontrollieren das östliche Drittel des Landes, einen Großteil der Nafussa-Berge im Westen sowie die Hafenstadt Misrata. Die Truppen von Machthaber Gaddafi verteidigen die Hauptstadt Tripolis und den Rest des Landes.
Unterdessen wurden bislang unbestätigte Berichte bekannt, nach denen Kampfflugzeuge der NATO am späten Freitagabend im Süden Libyens einen Waffentransport aus dem Nachbarland Tschad bombardiert haben sollen. Das teilten die Aufständischen am Samstag mit.
Der Luftangriff habe einer Karawane aus Hunderten Kamelen gegolten, die schwere Maschinengewehre, Mörser und Munition nach Sebha bringen sollte, sagte der Kommandeur der Rebellen in der Region Kufra im Südosten des Landes, Abdullah Aitha. Die 650 Kilometer südlich von Tripolis gelegene Stadt gilt als Hochburg der Regierungstruppen von Machthaber Gaddafi.
"Die Kamele sind total verbrannt und alle Waffen wurden zerstört", sagte Aitha der Nachrichtenagentur AP. Die NATO bestätigte die Angaben zunächst nicht. Der Angriff ereignete sich den Aufständischen zufolge rund 100 Kilometer von der Grenze zum Tschad entfernt in der libyschen Wüste. (© AP)




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