Nachfrage nach Arbeitskräften auf niedrigstem Stand seit vier Jahren
veröffentlicht am 29.06.2009

© Bundesagentur für Arbeit
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Juni auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gesunken. Im Vergleich zum Mai ging der Stellenindex BA-X um weitere 5 Punkte auf 120 zurück und damit auf den schlechtesten Wert seit Juli 2005, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag mitteilte.
Nürnberg - Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Juni auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gesunken. Im Vergleich zum Mai ging der Stellenindex BA-X um weitere 5 Punkte auf 120 zurück und damit auf den schlechtesten Wert seit Juli 2005, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag mitteilte.
Die Entwicklung des Stellenindex signalisiere, dass es mit der Einstellungsbereitschaft der Unternehmen weiter in großen Schritten bergab gehe, erklärte die BA. Dies werde sich in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter negativ auf die Beschäftigung auswirken. Die Arbeitsmarktdaten für Juni wird die Behörde am Dienstag (10.00 Uhr) in Nürnberg veröffentlichen.
Von AP befragte Volkswirte halten trotz der Wirtschaftskrise einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 20.000 bis 50.000 im Juni für möglich. Dabei dürfte allerdings auch die im vergangenen Monat eingeführte Änderung der Arbeitsmarktstatistik eine Rolle spielen. Seit Mai werden diejenigen nicht mehr als Arbeitslose ausgewiesen, die von sogenannten Dritten wie etwa Bildungsträgern betreut werden. Im vergangenen Monat waren das 20.000.
Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank in Frankfurt am Main rechnet für Juni mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um etwa 50.000. Er geht davon aus, dass zwei Drittel davon auf die Statistikänderung zurückzuführen sein dürften. Ferner hätten Kurzarbeit und das schöne Wetter zu der erneuten Entspannung beigetragen. Mitarbeiter in den witterungsabhängigen Berufen wie Bau oder Gastronomie seien derzeit gefragt.
Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Berlin hält einen Rückgang von rund 20.000 für möglich. «Das ist für einen Juni ein schlechter Wert», betonte er. In den Vorjahren war die Arbeitslosenzahl im ersten Sommermonat im Schnitt um etwa 120.000 gesunken. Steffen Henzel vom Münchner ifo-Institut rechnet für Juni mit einem Rückgang um bis zu 30.000.
Im Mai war die Zahl der Menschen ohne Job überraschend stark um 127.000 auf 3,458 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,4 Punkte auf 8,2 Prozent. (© AP)




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