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Quelle-Katalog wird ausgeliefert

veröffentlicht am 27.06.2009


Die ersten Quelle-Kataloge sind am Freitag ausgeliefert worden, obwohl der dringend benötigte Massekredit für das Versandhaus noch nicht genehmigt ist. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück forderte weitere Unterlagen an, um den Kreditantrag des Unternehmens zu prüfen. Bayern überließ dem Bund als zusätzliche Sicherheit den ersten Zugriff auf die Insolvenzmasse.

 

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Berlin/München - Die ersten Quelle-Kataloge sind am Freitag ausgeliefert worden, obwohl der dringend benötigte Massekredit für das Versandhaus noch nicht genehmigt ist. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück forderte weitere Unterlagen an, um den Kreditantrag des Unternehmens zu prüfen. Bayern überließ dem Bund als zusätzliche Sicherheit den ersten Zugriff auf die Insolvenzmasse. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mahnte Steinbrück, dass er «jetzt nicht Wahlkampf macht, sondern an die Betroffenen denkt». Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel forderte ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel.


Das mit dem Katalogdruck beauftragte Unternehmen Prinovis erklärte am Abend, mit der Entscheidung zur Katalogauslieferung wolle man Quelle unterstützen. Außerdem vertraue man auf den politischen Willen des Freistaates Bayern und der Bundesrepublik Deutschland, alles daran zu setzen, den Massekredit für Quelle zu genehmigen, erklärte Winfried Marquardt, Geschäftsführer von Prinovis Nürnberg. Man behalte sich aber vor, die Auslieferung kurzfristig auszusetzen.


Ohne den dringend benötigten Bund-Länder-Kredit von 50 Millionen Euro droht Quelle möglicherweise schon in Kürze die Einstellung des Geschäfts. Gesamtbetriebsratschef Sindel kritisierte im Deutschlandradio Kultur: «Da gehen alle in Vorlage, nur unser Finanzminister nicht.» Steinbrück wolle Bayern wohl zeigen, wer das Sagen habe. Der Rettungsplan sieht vor, dass der Bund 25 Millionen, Bayern 21 Millionen und Sachsen 4 Millionen Euro geben.


Steinbrück sagte, von Quelle lägen noch keine ausreichenden Sicherheiten vor. Außerdem müssten Bayern und Sachsen zustimmen, dass die bundeseigene KfW im Fall einer Quelle-Pleite den ersten Zugriff auf die Sicherheiten erhalte. «Dafür muss Herr zu Guttenberg gegenüber seinem Parteichef, dem Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern, Herrn Seehofer, jetzt endlich sorgen», forderte Steinbrück. Bayern erklärte sich daraufhin einverstanden, dem Bund den Vorrang zu überlassen. Allerdings sei dieser Umgang mit den Ländern «absolut unüblich» und «unfair», erklärten Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).


CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warf Steinbrück «ein unerträgliches und durchsichtiges Wahlkampfgeplänkel auf Kosten der Mitarbeiter von Quelle» vor. «Dass es jetzt am vergleichbar kleinen Engagement des Bundesfinanzministeriums hängt, ist ein Armutszeugnis für den SPD-Minister», sagte er.


Quelle-Sprecher Manfred Gawlas sagte: «Das ist ein furchtbarer Nervenkrieg.» Bei einem positiven Signal könnte der ins Stocken gekommene Geschäftsbetrieb sofort wieder aufgenommen werden: «Das wäre wie eine Schleuse, die sich öffnet.»


Betriebsratschef Sindel sagte, in den letzten zwei Tagen sei eine zunehmende Verunsicherung der Kunden spürbar. Bestellte Waren würden aber ausgeliefert, betonte er.


Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte in Berlin, wenn Quelle die notwendigen Sicherheiten bereitstelle und der Bund als Gläubiger vor Bayern und Sachsen zum Zuge komme, «kann es sehr schnell gehen.»  (© AP)



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