Ehemalige Chefin von Murdochs britischem Medienimperium festgenommen
veröffentlicht am 17.07.2011

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Der Medienmogul Rupert Murdoch kommt immer mehr unter Druck: Am Sonntag wurde seine Vertraute und ehemalige Vorstandsvorsitzende von News International, Rebekah Brooks, im Zusammenhang mit dem Abhörskandal um die Zeitung "News of the World" festgenommen. Der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Ed Miliband, forderte zudem eine Zerschlagung von Murdochs Konzern: Dieser habe "zu viel Macht".
London - Der Medienmogul Rupert Murdoch kommt immer mehr unter Druck: Am Sonntag wurde seine Vertraute und ehemalige Vorstandsvorsitzende von News International, Rebekah Brooks, im Zusammenhang mit dem Abhörskandal um die Zeitung "News of the World" festgenommen. Der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Ed Miliband, forderte zudem eine Zerschlagung von Murdochs Konzern: Dieser habe "zu viel Macht".
Am Dienstag sollten Brooks, Murdoch und dessen Sohn James vor einem Komitee des britischen Parlaments aussagen, das den Abhörskandal untersucht. Allerdings müsste Brooks - sollte sie vor den Abgeordneten erscheinen können - keine Fragen beantworten, die polizeiliche Ermittlungen beeinträchtigen könnten.
Sie selbst erklärte nach ihrer Festnahme, sie werde die Polizei bei ihren Ermittlungen unterstützen. Die Londoner Polizei hatte die 43-Jährige am Sonntag in ein Polizeirevier der Stadt vorgeladen und in Gewahrsam genommen. Sie werde nun wegen des Verdachts auf Verschwörung zum Abhören von Gesprächen und auf Bestechung verhört, hieß es. Sie ist die zehnte Person, die im Zusammenhang mit dem Abhörskandal festgenommen wurde. Bisher ist noch keiner der Verdächtigen angeklagt worden.
Brooks, eine der engsten Vertrauten Murdochs, war am Freitag von ihrem Posten als Chefin des Verlags News International zurückgetreten, der die britischen Zeitungen von Murdochs News Corp. herausgibt. Von 2000 bis 2003 war Brooks Chefredakteurin der mittlerweile eingestellten "News of the World". Sie hatte stets beteuert, nichts vom Abhören von Telefonen gewusst zu haben. 2003 hatte sie vor Abgeordneten allerdings eingestanden, dass News International Polizisten für Informationen bezahlt habe. Neben Brooks hat Murdoch mit dem Rücktritt des Vorstandschefs des US-Verlags Dow Jones & Company, Les Hinton, am Freitag in den vergangenen Tagen einen zweiten hochrangigen Mitarbeiter seines Konzerns verloren.
Die Festnahme der Murdoch-Vertrauten erhöht aber nicht nur den Druck auf den Medienmogul, sondern auch auf Premierminister David Cameron, einen Freund und Nachbarn von Brooks. Zuvor war bereits der ehemalige Kommunikationschefs des britischen Regierungschefs, Andy Coulson, im Zusammenhang mit dem Abhörskandal festgenommen und später gegen die Zahlung einer Kaution wieder freigelassen worden. Sowohl Coulson als auch Brooks waren auch zu Gast auf Camerons Landsitz Chequers. Außenminister William Hague verteidigte diese Zusammentreffen. Es sei in einem demokratischen Land nicht überraschend, dass es Kontakte zwischen der Führung und ranghohen Medienvertretern gebe, sagte er.
Murdoch selbst versprach in einer Anzeige in mehreren Sonntagszeitungen, sein in die Kritik geratener Konzern werde mit der polizeilichen Untersuchung kooperieren und den Opfern der Abhöraktionen Entschädigung zahlen. Die Missetäter würden sich nirgendwo verstecken können, hieß es in der Anzeige.
Murdochs News Corp. hatte bereits am Samstag in sieben überregionalen britischen Zeitungen ganzseitige Anzeigen geschaltet. Sie liefen unter der Überschrift "Es tut uns leid". Unterzeichnet von Murdoch, entschuldigte sich der Konzern "für die ernsten Verfehlungen, die passiert sind".
Das ist vielen Kritikern aber nicht genug. In einem Interview mit dem "Observer" forderte Labour-Chef Miliband eine parteienübergreifende Einigung für ein neues Mediengesetz, das eine Zerschlagung des Murdoch-Konzerns ermöglichen würde. Die Dominanz von News Corp. in Großbritannien sei ungesund, sagte Miliband dem Blatt. Die Bündelung von so viel Macht in der Hand eines Mannes habe offenbar in seiner Organisation zu einem Missbrauch dieser Macht geführt. Vizepremier Nick Clegg von den Liberaldemokraten erklärte ebenfalls, es müsse mehr Pluralität in der Medienlandschaft geben. (© AP)




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