Tote 7-Jährige in Zella-Mehlis: Mary-Jane wurde umgebracht
veröffentlicht am 26.06.2011

Nach dem gewaltsamen Tod der siebenjährigen Mary-Jane im thüringischen Zella-Mehlis sucht die Polizei weiter intensiv nach dem Täter. Einzelheiten zum Ermittlungsstand könne er aber nicht nennen, sagte ein Polizeisprecher auf dapd-Anfrage. Die Befragung von Verwandten, Bekannten und Mitschülern der Siebenjährigen sei am Sonntag fortgesetzt worden.
Zella-Mehlis - Nach dem gewaltsamen Tod der siebenjährigen Mary-Jane im thüringischen Zella-Mehlis sucht die Polizei weiter intensiv nach dem Täter. Einzelheiten zum Ermittlungsstand könne er aber nicht nennen, sagte ein Polizeisprecher auf dapd-Anfrage. Die Befragung von Verwandten, Bekannten und Mitschülern der Siebenjährigen sei am Sonntag fortgesetzt worden. Auch nach dem signalroten Schulranzen des Mädchens, der nicht bei der Leiche lag, sei weiter gesucht worden.
Die Beamten der Kriminalpolizei gingen zahlreichen Hinweisen nach, sagte der Sprecher. Auch der Eintrag in einem Internetforum, wonach das Mädchen nach der Schule auf einem Spielplatz beobachtet wurde, werde ausgewertet.
Die Vermutungen, dass die Siebenjährige getötet wurde, waren am Sonntag nach der Obduktion zur Gewissheit geworden. Bei der Untersuchung der Leiche wurde laut Polizei "zweifelsfrei festgestellt, dass ein Tötungsdelikt vorliegt". Weitere Aussagen zu den Todesumständen wurden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht gemacht. Somit blieb auch unklar, ob das Mädchen einem Sexualverbrechen zum Opfer fiel.
Spaziergänger hatten die bekleidete Leiche des Kindes an einem Bach in einem Wald unterhalb des Ruppberges entdeckt. Der Fundort liegt etwa 1,5 Kilometer von ihrem Wohnhaus entfernt. Das Mädchen war am Freitag auf dem Heimweg von ihrer Schule verschwunden. Als sie nicht zu Hause ankam, wurde sie von ihrer Mutter als vermisst gemeldet. Anschließend suchte ein Großaufgebot mit einem Hubschrauber und mit Rettungshunden nach Mary-Jane.
Der Fall weckt Erinnerungen an den Tod der sechsjährigen Jessica, die vor sieben Jahren wenige Kilometer entfernt umgebracht wurde. Ein vorbestrafter Sexualstraftäter hatte das Mädchen auf dem Heimweg vom Kindergarten abgefangen und in einem Waldstück zwischen Metzels und Wallbach missbraucht. Wenig später stellte er sich den Behörden.
Am Samstagabend fand im Wohnort des getöteten Mädchens ein spontaner Trauermarsch statt, an dem nach Polizeiangaben rund 700 Menschen teilnahmen. Die Mutter des getöteten Mädchens wurde von Polizei-Psychologen betreut. Sie lebt getrennt von dem Vater des Kindes, der nach laut Polizei außerhalb Thüringens wohnt.
Vor dem Haus der Familie legten trauernde Einwohner Blumen, Kerzen und Plüschtiere ab. Auch der stellvertretende Bürgermeister von Zella-Mehlis, Torsten Widder (CDU), zeigte sich tief betroffen vom gewaltsamen Tod der Schülerin. Sein Sohn sei in die gleiche Klasse gegangen, sagte Widder. Er habe großes Vertrauen in die Thüringer Polizei und hoffe, dass das Verbrechen schnellstmöglich aufgeklärt werde.
Für das Wochenende wurden alle Veranstaltungen in Zella-Mehlis abgesagt. Neben dem Sommerfest des Gewerbevereins auf dem Marktplatz fiel auch die Feier zur Sommersonnenwende auf dem Ruppberg aus. (© AP)




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