Anhörung zu Konsequenzen aus Einsturz des Kölner Stadtarchivs
Köln - Als Konsequenz aus dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs haben Experten neue Richtlinien beim Archivbau sowie bei der Aufbewahrung und Sicherung von Kulturgut gefordert. «Wir brauchen ein anderes Bewusstsein im Umgang mit Archiven und Archivgut», sagte der nordrhein-westfälische Kulturstaatssekrektär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff am Donnerstag in Köln nach einer zweitägigen Expertenanhörung mit 160 Teilnehmern.
Unter anderem wollen die Experten regelmäßige standortspezifische Risikoanalysen für Archive, eine Überwachung von Neubauten durch eine unabhängige Bauaufsicht und die Zusammenarbeit von Kultureinrichtungen in Notfallverbünden. Zudem müsse die Einhaltung eines geeigneten Klimas und ausreichender Sauberkeit in Magazinen garantiert werden, um der «schleichenden Katastrophe» eines Zerfall von historischen Unterlagen durch schlechte Inhaltsstoffe im Papier vorzubeugen. Plädiert wurde überdies für eine zweigleisige Sicherung von Dokumenten auf Mikrofilm und in digitaler Form.
Die von den Experten formulierten Vorschläge sollen auf dem Deutschen Archivtag im September als «Kölner Erklärung» verabschiedet werden, wie der Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Wilfried Reininghaus, erklärte.
Beim Einsturz des Historischen Kölner Stadtarchivs waren zwei Menschen getötet und zahllose wertvolle Dokumente verschüttet worden. Auslöser der Katastrophe waren wahrscheinlich die Bauarbeiten für eine neue U-Bahn-Strecke in unmittelbarer Nachbarschaft des Archivs. weiterlesen >>