Home  >  Local  >  Baden-Württemberg

Peinigerfamilie fand "Sklavin" im Internet

veröffentlicht am 12.06.2011


Die 20 Jahre alte Frau, die knapp ein Jahr lang in einer Wohnung gefangen gehalten wurde, hat ihre Peinigerfamilie über das Internet kennengelernt. Der Sohn habe ein Teilgeständnis abgelegt, während seine Eltern die Tat bestritten, sagte Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering am Freitag in Mosbach. Nach Angaben der Ermittler gibt es Parallelen zu einem früheren Fall, als Vater und Mutter wegen der Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen belangt wurden.

 

Kommentare: 0

 

Mosbach/Haßmersheim - Die 20 Jahre alte Frau, die knapp ein Jahr lang in einer Wohnung gefangen gehalten wurde, hat ihre Peinigerfamilie über das Internet kennengelernt. Der Sohn habe ein Teilgeständnis abgelegt, während seine Eltern die Tat bestritten, sagte Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering am Freitag in Mosbach. Nach Angaben der Ermittler gibt es Parallelen zu einem früheren Fall, als Vater und Mutter wegen der Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen belangt wurden.


Die dreiköpfige Familie aus dem nordbadischen Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis) wird verdächtigt, die junge Frau für etwa ein Jahr festgehalten und misshandelt zu haben. Die Ermittler werfen dem Familienvater auch sexuelle Nötigung vor.


Nachdem das Opfer am vergangenen Wochenende aus dem Haus fliehen konnte, hatte ein Sondereinsatzkommando die Eltern und den Sohn am Mittwoch festgenommen. Bei der Durchsuchung des Hauses fanden die Beamten auch ein Luftdruckgewehr. Weshalb die Frau nicht eher fliehen konnte, obwohl sie sich nach ersten Erkenntnissen mit den Familienmitgliedern auch außerhalb der Wohnung aufgehalten hatte, sei noch unklar, sagte Kriminaldirektor Martin Simon.


Der Oberstaatsanwalt bestätigte, dass sowohl der 51-jährige Vater als auch die 45-jährige Mutter schon 2002 strafrechtlich belangt worden waren. So sei es in einem Verfahren 2002 um "verschiedene Formen der Körperverletzung als auch um die Misshandlung von Schutzbefohlenen" gegangen. Damals sei der Mann zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden, seine Frau habe eine Bewährungsstrafe erhalten, sagte Heering.


Zu diesem früheren Fall gebe es "starke Parallelen". So sei auch damals ein Opfer drangsaliert und misshandelt worden. Auch damals sei es darum gegangen, das gefangene Opfer zu Hausarbeiten heranzuziehen.


Die Schilderungen des mutmaßlichen Opfers mit Blick auf die Misshandlungen hält die Staatsanwaltschaft für glaubhaft: "Medizinische Untersuchungen des Opfers durch Sachverständige des Instituts für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin in Heidelberg ergaben Verletzungsmuster, das gutachterlich als Zeichen einer Misshandlung mit den Tatschilderungen der Geschädigten übereinstimmen", sagte Oberstaatsanwalt Heering.


Wie der leitende Kriminalhauptkommissar Thomas Nohe sagte, hätten die Beamten diverse Gegenstände sichergestellt, mit denen die Verletzungen dem mutmaßlichen Opfer womöglich beigebracht wurden, darunter auch Besenstile und sonstige "Instrumente", sagte Nohe.  (© AP)



Schreiben Sie ein Kommentar! 

Kommentar zum Thema "Peinigerfamilie fand "Sklavin" im Internet"

  Max. 25 Zeichen
 
 
 
  Sicherheitscode

Nur Kleinbuchstaben und Zahlen

 
 

 

Twitter