Schlaganfallvorbeugung bei Vorhofflimmern: Fachzentren behandeln besser

veröffentlicht am 06.06.2011


Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In Deutschland sind rund eine Million überwiegend ältere Menschen betroffen, Tendenz steigend. Die Rhythmusstörung ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber zu schweren Komplikationen führen, insbesondere zum Schlaganfall.

 

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Münster - Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In Deutschland sind rund eine Million überwiegend ältere Menschen betroffen, Tendenz steigend. Die Rhythmusstörung ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber zu schweren Komplikationen führen, insbesondere zum Schlaganfall. Um das Schlaganfallrisiko zu senken, ist daher in den meisten Fällen eine antithrombotische Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten notwendig.


Zusätzlich ist es wichtig, zugrunde liegende Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit oder Diabetes zu behandeln und die Herzfrequenz zu regulieren. Darüber hinaus empfehlen die aktuellen Leitlinien abhängig von den Symptomen bei manchen Patienten eine rhythmuserhaltende Behandlung mit antiarrhythmischen Medikamenten oder durch eine Katheterablation.


Das Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) hat das Auftreten und die Behandlung von Vorhofflimmern in Deutschland in einem großen bundesweiten Register erfasst und dokumentiert. Das Register enthält die Daten von rund 10000 Patienten. Anders als bei den meisten Studien stammen die Patienten des AFNET Registers aus allen Ebenen der medizinischen Versorgung, das heißt 39,6 Prozent aus großen Zentren der Maximalversorgung (z.B. Universitätskliniken), 24,4 Prozent aus kleineren regionalen Krankenhäusern, 27,6 Prozent aus kardiologischen Fachpraxen und 8,4 Prozent aus Praxen von Allgemeinärzten oder Internisten.


Die Registerdaten zeigen, dass die Behandlung von Vorhofflimmern insgesamt überwiegend leitliniengerecht durchgeführt wird. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es vor allem bei der Schlaganfallprophylaxe eine Unterversorgung gibt: Nicht alle Patienten mit hohem oder sehr hohem Schlaganfallrisiko bekommen eine angemessene gerinnungshemmende Therapie, wie sie von den Leitlinien empfohlen wird (unter Berücksichtigung von Kontraindikationen).


Dabei fallen insbesondere Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Ebenen der medizinischen Versorgung auf: Während in Universitätskliniken und bei niedergelassenen Kardiologen, also in den spezialisierten Fachzentren, rund 70 Prozent der Patienten leitliniengerecht antithrombotisch behandelt wurden, waren es in den weniger spezialisierten regionalen Krankenhäusern und Hausarztpraxen nur rund 50 Prozent.  



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