|
24. Juni 2009
Teures Souvenir: Geldanlage in Urlaubsclubs
Kiel - Kaum hat die Sommerreisesaison angefangen, werden deutsche Urlauber in südlichen Gefilden wieder gezielt zur Geldanlage in Timesharing-Immobilien und Ferienclubs überredet. Was vor allem Spanienreisenden als Top-Investition angepriesen wird, entpuppe sich meist als reine «Geldvernichtung», warnt Bernd Krieger vom Europäischen Verbraucherzentrum (evz) in Kiel. Touristen würden äußerst trickreich um einige Zehntausend Euro gebracht. Meist säßen sie auf Jahre, manchmal Jahrzehnte, in dubiosen Verträgen fest.
Der Vertrieb dubioser Geschäftsmodelle an Touristen in Urlaubslaune habe nach wie vor Hochkonjunktur, beobachtet auch Brigitte Sievering-Wichers, Juristin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Stiftung Warentest ordnet viele Geschäfte mit «Timesharing»-Anbietern dem Grauen Kapitalmarkt zu. Erst 2011 soll eine EU-Richtlinie umgesetzt sein, die unter anderem ein zweiwöchiges Rücktrittsrecht, den Wegfall von Anzahlungen sowie eindeutige Kündigungsfristen vorsieht, erläutert Krieger.
Bis der verbesserte Verbraucherschutz greift, sollten Urlauber auf der Hut sein. Die Masche ist immer die gleiche: Speziell an Strandpromenaden werden die Reisenden mit Gewinnspielen und Rubbellosen geködert und dann in entfernte Ferienanlagen gefahren. Dort erwartet die überrumpelten Touristen statt eines wertvollen Gewinns ein mehrstündiges, aggressives Verkaufsgepräch. Wenn sie, mürbe geworden, unterschreiben, werde ihnen eine Anzahlung von mindestens 1.000 Euro per ec- oder Kreditkarte aus der Tasche gezogen, berichtet Krieger. Der Vertrag sehe dann Verpflichtungen von weiteren 10.000 Euro und noch viel mehr vor.
Beim Timesharing wird Bürgern das Recht verkauft, für einige Wochen im Jahr in einer Clubanlage, im Hotel, in Hausbooten oder Campingwagen Urlaub machen zu können. Was lockt, ist das Versprechen, das eigene Wohnrecht problemlos weltweit tauschen und so Traumurlaub in der Karibik, in den USA oder Mexico machen zu können. Doch das klappe meist nicht wie geglaubt, berichtet Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. weiterlesen >>

|