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24. Juni 2009
Richter im Sauerland-Prozess lobt Verteidiger
Düsseldorf - Ungewohnte Harmonie im Prozess gegen die mutmaßlichen Sauerland-Terroristen: Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling hat am Mittwoch die Verteidiger ausdrücklich gelobt. Die Anwälte leisteten bei den Vernehmungen ihrer Mandanten durch das Bundeskriminalamt (BKA) sehr gute Arbeit, sagte Breidling im Oberlandesgericht Düsseldorf. «Das Interesse der Mandanten steht im Vordergrund.» Dazu gehöre auch, dass man die ursprünglich eingeschlagene Verteidigungsstrategie überdacht habe.
Lob hatte der Vorsitzende auch für die BKA-Ermittler, die die mutmaßlichen Terroristen seit vergangener Woche zu den Tatvorwürfen verhören. Die Beamten zeigten «immensen Einsatz», teilweise gingen die Vernehmungen bis in die späteren Abendstunden. Die Befragung sei «kräftig im Fortschreiten begriffen», fügte Breidling hinzu. Weil die Vernehmungen aber noch nicht abgeschlossen sind, könnten sich die Aussagen der Angeklagten vor Gericht weiter verzögern. Eigentlich sollten die Männer am kommenden Dienstag aussagen.
In der Verhandlung am Mittwoch verlas der Senat diverse Behördengutachten. Diese belegten unter anderem, dass es sich bei der von den Angeklagten vor ihrer Festnahme gekauften Flüssigkeit tatsächlich um 35-prozentige Wasserstoffperoxid-Lösung handelt. Das Gericht hat Breidling zufolge nun Sprengversuche mit der Chemikalie angeordnet: Eine Verteidigerin hatte an einem früheren Prozesstag Zweifel daran angedeutet, dass diese für den laut Anklage geplanten Bombenbau geeignet ist.
Die zum Islam konvertierten Deutschen Fritz Gelowicz und Daniel Schneider, der Deutsch-Türke Atilla Selek und der Türke Adem Yilmaz sollen eine deutsche Zelle der Islamischen Dschihad-Union (IJU) gegründet haben. Sie wollten laut Anklage mit Autobomben möglichst viele US-Bürger in Deutschland töten.

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