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24. Juni 2009
Insolvenzverwalter hofft auf rasche Entscheidung - Bayern dringt auf Lösung mit Bundesbeteiligung
Köln/München - Die Rettungsbemühungen für das zahlungsunfähige Versandhaus Quelle gehen in die entscheidende Phase. Der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters, Thomas Schulz, sagte der AP, das Unternehmen hoffe, dass noch am Mittwoch eine Entscheidung falle. Die Gespräche mit der Bundesregierung und den betroffenen Ländern über eine Bürgschaft in Höhe von 50 Millionen Euro würden am Mittwochnachmittag in Berlin fortgesetzt. Außerdem gebe es laufend telefonische Kontakte aller Beteiligten.
Eine Schlüsselrolle bei den Rettungsbemühungen spielt die bayerische Landesregierung. Finanzminister Georg Fahrenschon sagte dem «Münchner Merkur»: «Wir arbeiten momentan an einer Lösung, bei der der Bund im Boot ist.» Diese Position unterstützte auch der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Er sagte der «Süddeutschen Zeitung»: «Ich sehe keine Grundlage für einen bayerischen Alleingang.» Beide Zeitungen berichten aber, in der Landesregierung werde auch ein Alleingang erwogen, sollte sich der Bund nicht an der Bürgschaft beteiligen.
Der Quelle-Mutterkonzern Arcandor widersprach unterdessen Berichten, das Versandhaus sei ein Sanierungsfall. Das für den Versandhandel zuständige Vorstandsmitglied Marc Oliver Sommer sagte der Wochenzeitung «Die Zeit», Quelle verbrenne kein Geld mehr mehr. «Wir sind dort seit Oktober 2008 Cashflow positiv», zitierte die Zeitung den Manager. Lediglich Abschreibungen auf alte Forderungen hätten das Ergebnis zuletzt ins Minus gedrückt. Die seien aber nicht entscheidend für das tägliche Geschäft.
Sommer sieht dem Bericht zufolge für Quelle weitere, kurzfristige Möglichkeiten, das Ergebnis zu verbessern. Das Unternehmen könne nun unnütze, aber noch lange laufende Mietverträge vorzeitig kündigen und den einzig wirklich maroden Teil des Unternehmens, die Technik-Center, schnell verkleinern. Gleichzeitig sänken die Marketingkosten, weil «wir schon eine Million Neukunden im Jahr im Internet gewinnen», sagte Sommer. «Das ist weitaus preiswerter als das Katalog-Marketing.»

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