Katastrophenschutz probt 2010 Explosion einer "schmutzigen Bombe"

veröffentlicht am 23.06.2009


Die deutschen Katastrophenschutz-Organisationen planen für 2010 eine großangelegte Übung mit der Explosion einer «schmutzigen Bombe». Das kündigte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, am Dienstag in Berlin an. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erklärte, dabei handele es sich «nicht um das allerwahrscheinlichste» Szenario, aber um eines, «das uns am meisten Sorgen macht».

 

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Berlin - Die deutschen Katastrophenschutz-Organisationen planen für 2010 eine großangelegte Übung mit der Explosion einer «schmutzigen Bombe». Das kündigte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, am Dienstag in Berlin an. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erklärte, dabei handele es sich «nicht um das allerwahrscheinlichste» Szenario, aber um eines, «das uns am meisten Sorgen macht». Er fügte hinzu, eine Änderung der augenblickliche Bedrohungslage gebe es nicht.


Als «schmutzige Bomben» werden konventionelle Sprengkörper bezeichnet, bei denen der Sprengstoff dazu dient, beigemischte radioaktive Stoffe in der Umwelt zu verteilen. Schäuble und Unger erklärten, es gebe keinen konkreten Anlass zu dieser Übung. Sie soll im Rahmen der länderübergreifenden Übungsserie «Lükex» stattfinden.


Dabei wurden nach Angaben Ungers vor zwei Jahren die Notfallmaßnahmen beim Auftreten einer Pandemie geprobt. Davon konnte das Krisenmanagement zwischen Bund und Ländern beim Auftreten der Schweinegrippe in diesem Jahr profitieren, wie Schäuble und Unger übereinstimmend erklärten.


Der Innenminister, der Präsident des BBK und sein Kollege vom Technischen Hilfswerk (THW), Albrecht Broemme, warben bei der Vorstellung der Jahresberichte der beiden Bundesbehörden für das ehrenamtliche Engagement. Broemme betonte, dass es keinerlei Vorkenntnisse bedürfe, beim THW zu arbeiten. Interessenten müssten lediglich gesund sein und sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen.


Schäuble verwies darauf, dass insgesamt 1,5 Millionen Ehrenamtliche für Notfälle bereitstehen. Als Beispiele für aktuelle Einsätze nannte Broemme die Arbeit des THW beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs und Unger die Förderung einer «Schicksalsgemeinschaft der Vermissenden» unter den Angehörigen der Opfer des Air-France-Absturzes vom Pfingstmontag. 28 Deutsche waren unter den 228 Todesopfern.


Broemme berichtete, dass das THW nach dem Einsatz bei dem Erdbeben in China im Frühjahr vergangenen Jahres mittlerweile dabei sei, in China eine vergleichbare Organisation aufzubauen. Komme es in Deutschland einmal zu einer Katastrophe größeren Ausmaßes, «werden wir eines Tages von diesen Maßnahmen profitieren können».  (© AP)



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