Aids-Stiftung will weniger individuelle Hilfen zahlen
veröffentlicht am 22.06.2009

Die Deutsche Aids-Stiftung will künftig weniger individuelle finanzielle Hilfen für HIV-Infizierte zahlen. Stattdessen werde man mehr in Projekte wie betreutes Wohnen investieren, berichtete die Organisation am Montag in Düsseldorf. Ein wichtiger Grund seien die verbesserten Therapiemöglichkeiten in Deutschland und die dadurch veränderte Situation der Betroffenen.
Bonn - Die Deutsche Aids-Stiftung will künftig weniger individuelle finanzielle Hilfen für HIV-Infizierte zahlen. Stattdessen werde man mehr in Projekte wie betreutes Wohnen investieren, berichtete die Organisation am Montag in Düsseldorf. Ein wichtiger Grund seien die verbesserten Therapiemöglichkeiten in Deutschland und die dadurch veränderte Situation der Betroffenen. Zudem reagiert die Aids-Stiftung auf sinkende Einnahmen als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise.
Dank moderner Therapien könnten Menschen mit HIV und AIDS zwar heute ein längeres Leben führen, sagte der geschäftsführende Stiftungsvorstand Ulrich Heide. Doch mit zunehmender Dauer verursachten die Langzeittherapien auch Nebenwirkungen, Folgeerkrankungen und Begleiterscheinungen. «Das Älterwerden von Menschen mit HIV und AIDS stellt uns vor neue Herausforderungen, was Fragen der Betreuung und Pflege angeht». erklärte er.
Für die Betroffenen brauche man Angebote wie etwa das betreute Wohnen, fügte Heide hinzu. Dieser Bereich soll künftig ebenso in den Fokus rücken wie die Themen Arbeit und Qualifizierung, betreute Krankenreisen oder Projekte für Alleinerziehende und Migranten. In Deutschland leben nach Angaben der Organisation derzeit rund 63.500 HIV-Infizierte.
Zu den gesunkenen Einnahmen erklärte die Stiftung, man habe auch Einsparungen bei den eigenen Sach- und Personalkosten vorgenommen. Die Kapitalerträge der Organisation waren 2008 infolge der Finanzkrise um rund 275.000 Euro zurückgegangen. (© AP)




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