Sport mindert Müdigkeit bei Krebstherapie
veröffentlicht am 18.03.2011

Benötigen Krebspatienten eine Transplantation von Blutstammzellen (HSCT), so mindert körperliche Aktivität die mit der Therapie verbundene Müdigkeit, das sogenannte Fatigue-Syndrom. Das zeigt eine Studie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg.
Heidelberg - Benötigen Krebspatienten eine Transplantation von Blutstammzellen (HSCT), so mindert körperliche Aktivität die mit der Therapie verbundene Müdigkeit, das sogenannte Fatigue-Syndrom. Das zeigt eine Studie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg.
Blutkrebs kann durch eine sogenannte allogene Stammzelltransplantation geheilt werden. Bei dieser extrem belastenden Therapie erhalten die Patienten zunächst eine Hochdosis-Chemotherapie, die ihr blutbildendes System ausschaltet. Anschließend bekommen sie Stammzellen eines gesunden Spenders, die sich zu neuen blutbildenden Zellen entwickeln. Die Intensivtherapie schwächt auch die Immunabwehr so stark, dass die Spenderzellen nicht als fremd abgestoßen werden.
"Die Patienten befinden sich mit ihrer lebensbedrohlichen Krebserkrankung in einer Art Ausnahmezustand", erläutert der Heidelberger Sportpsychologe Joachim Wiskemann. "Mit unserer Studie konnten wir zeigen, dass gezielte körperliche Aktivität, die bereits vor der eigentlichen Behandlung startet und auch danach weitergeführt wird, nicht nur das gefürchtete Fatigue-Syndrom mildert, sondern auch die Lebensqualität und die Fitness der Patienten nachhaltig steigert."
In der Studie wurden 80 Blutkrebs-Patienten entweder einer passiven Kontrollgruppe zugeordnet oder einer Sportgruppe, die mehrmals pro Woche nach Anleitung trainierte. Am Ende der Studie hatte die Sportgruppe ihre Ausdauer trotz der heftigen Therapie gehalten, während die Kontrollgruppe um 15 Prozent schwächer geworden war. Noch deutlicher war der Effekt auf das Fatigue-Syndrom, das sich in chronischer Müdigkeit und Antriebsschwäche äußert. Die Müdigkeit sank in der Sportgruppe im Verlauf der Studie um 15 Prozent. In der Vergleichsgruppe sei sie dagegen um 28 Prozent gestiegen, schreiben die Forscher in der Zeitschrift "Blood". (© AP)




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