Formel-1-Auftakt nicht in Bahrain
veröffentlicht am 21.02.2011

Angesichts der Proteste in Bahrain ist das für den 13. März geplante Formel-1-Rennen in dem Inselkönigreich abgesagt worden. Der Bahrain-Grand-Prix, Startschuss für die neue Saison in der Formel-1, gilt angesichts des weltweiten Medieninteresses als internationales Prestigeprojekt ersten Ranges für das Königshaus des Landes.
London - Angesichts der Proteste in Bahrain ist das für den 13. März geplante Formel-1-Rennen in dem Inselkönigreich abgesagt worden. Der Bahrain-Grand-Prix, Startschuss für die neue Saison in der Formel-1, gilt angesichts des weltweiten Medieninteresses als internationales Prestigeprojekt ersten Ranges für das Königshaus des Landes.
Kronprinz Scheich Salman bin Hamad Al Chalifa sagte, Bahrain müsse sich auf unmittelbare Fragen von nationalem Interesse konzentrieren und könne daher nicht Gastgeber sein. Das Rennen werde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Am Sonntag hatten Demonstranten von der Herrscherfamilie die Absage des Rennens gefordert. Es sei traurig, dass Bahrain das Rennen habe absagen müssen, sagte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone am Montag. "Wir wünschen der ganzen Nation bei ihrem Heilungsprozess alles Gute", erklärte er.
Es sei klar, dass es angesichts der derzeitigen Umstände unangemessen wäre, in Bahrain ein Formel-1-Rennen abzuhalten, erklärte der Vorsitzende des Williams-F1-Teams, Adam Parr. Demnach sollen nun auch die zwischen dem 3. und 6. März in Bahrain geplanten Testfahrten stattdessen auf der Rennstrecke Circuit de Catalunya nahe Barcelona stattfinden.
Spekulationen zufolge könnte der Bahrain-Grand-Prix nach dem Rennen in Abu Dhabi am 13. November nachgeholt werden, falls das Saisonfinale in Brasilien vom 27. November in den Dezember verlegt wird. Am Wochenende hatten die Organisatoren der Proteste erklärt, dass die Abhaltung des Bahrain-Grand-Prix eine Beleidigung der Opfer der jüngsten Unruhen darstellen würde.
Unterdessen will der bekannte Oppositionspolitiker Hassan Meschaima nach acht Monaten im Londoner Exil wieder nach Bahrain zurückkehren, wie ein Gewährsmann am Montag mitteilte. Der Kopf der Gruppe Hak wird voraussichtlich am Dienstagabend in Bahrain erwartet. Der Aktivist Abbas Omran bestätigte die Pläne Meschaimas, machte jedoch keine Angaben über dessen Absichten.
Meschaima gilt bei bahrainischen Behörden als potenzieller Staatsfeind. Er und ein weiterer in London ansässiger Aktivist gehören zu 25 schiitischen Aktivisten, denen in Abwesenheit wegen Putschvorwürfen der Prozess gemacht wird. Sollte Meschaima nach seiner Rückkehr festgenommen werden, könnten die Proteste in Bahrain neu aufflammen.
Der Kronprinz, der auch stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, hat vom Königshaus den Auftrag erhalten, einen Dialog mit den Anführern der Proteste aufzunehmen. Seit die Welle der Proteste in der arabischen Welt am 14. Februar auch Bahrain erfasste, wurden dort bei Demonstrationen mindestens acht Menschen getötet und Hunderte verletzt.
Zu den Forderungen der Opposition zählt die Abschaffung des alleinigen Rechts des Monarchen, die Politik zu bestimmen und politische Ämter zu besetzen. Außerdem fordern die Schiiten eine Verbesserung ihrer Lage. Sie machen rund 70 Prozent der Bevölkerung aus, fühlen sich aber von der sunnitischen Minderheit diskriminiert. (© AP)




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